Samstag, 28. Oktober 2006

Skandal um makabre Fotos: Merkel fordert harte Strafen für Bundeswehr-Soldaten

  • Weitere Schändungsfotos in Zeitung veröffentlicht
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Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel hat im Bundeswehrskandal um makabre Fotos mit Totenschädeln eine harte Bestrafung der Täter gefordert. "Wer sich derart verhält, hat in der Bundeswehr nichts zu suchen", sagte die CDU-Vorsitzende in einem "Focus"-Interview. Sie versprach, dass die Bundesregierung alles in ihrer Macht Stehende tun werde, damit solche Vorfälle nicht mehr passierten.

An das afghanische Volk appelliert Merkel, besonnen auf die mutmaßliche Leichenschändung durch deutsche Soldaten zu reagieren: "Die schnelle Aufklärung dieser abscheulichen und schockierenden Vorfälle, die Verteidigungsminister Jung durchgesetzt hat, wird ihre Wirkung beim afghanischen Volk hoffentlich nicht verfehlen." Es komme darauf an, dass Afghanistan sehe: "Solche Vergehen werden nicht geduldet, sondern schonungslos verfolgt und bestraft."

In den Skandal um Totenschändungen sind möglicherweise auch Fallschirmjäger der Deutschen Bundeswehr verwickelt. Die "Bild"- Zeitung veröffentlichte eine dritte Fotoserie, auf der nach Angaben des Blattes Fallschirmjäger zu sehen sind. Die Aufnahmen sollen Ende 2003 oder Anfang 2004 entstanden sein. Das Berliner Verteidigungsministerium wollte zunächst keine genaueren Angaben zur Herkunft der Soldaten machen.

Auf den Bildern ist unter anderem zu sehen, wie ein Soldat einem aus verschiedenen menschlichen Knochen zusammengesetzten Skelett in der Art einer Hinrichtungsszene eine Pistole an den Totenschädel hält. Das Verteidigungsministerium untersucht indessen, ob möglicherweise Bundeswehr-Offiziere von den Totenschändungen durch Untergebene wussten.

(apa/red)

28.10.2006 12:13