Provokationen gehen weiter: Iran bestätigt offiziell Ausweitung der Urananreicherung
- Gas in zweite Gruppe von Zentrifugen eingeleitet
- Uran wird um drei bis fünf Prozent angereichert
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Der Iran hat die Ausweitung der Urananreicherung offiziell bestätigt. In eine zweite Gruppe von Zentrifugen sei das Gas Uranhexafluorid eingeleitet worden, schrieb die staatliche Zeitung "Iran" unter Berufung auf den stellvertretenden Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Ghannad. Dessen Angaben zufolge wurde bei diesem Prozess Uran um drei bis fünf Prozent angereichert.
"Diese Erfahrung wird den iranischen Ingenieuren helfen, der industriellen Urananreicherung näher zu kommen", sagte Ghannad der Zeitung zufolge. Im übrigen hätten Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) die Anlage in Natanz in der vergangenen Woche besucht. Bereits zuvor hatte die halbamtliche studentische Nachrichtenagentur ISNA gemeldet, in eine vor zwei Wochen installierte zweite Kaskade von 164 Zentrifugen sei Uranhexafluorid eingeleitet worden. Der Iran hat angekündigt, bis Jahresende sollten in Natans 3.000 Zentrifugen zum Einsatz kommen.
Mit der Urananreicherung geht Teheran ungeachtet internationaler Sanktionsdrohungen weiter auf Konfrontationskurs. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates beraten zurzeit über eine Resolution, die Strafmaßnahmen gegen den Iran vorsieht. Ein derzeit in der UNO verhandelter Entwurf Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands ist bei den USA und Russland auf Vorbehalte gestoßen. Eine gemeinsame Position wird Diplomaten zufolge noch bis mindestens Mitte kommender Woche auf sich warten lassen.
Die Zeitung "Iran", die den Bericht zur Urananreicherung druckte, war vor fünf Monaten verboten worden und am Samstag unter neuer Leitung erstmals wieder erschienen. Grund für das Verbot war der Abdruck einer als beleidigend erachteten Karikatur. Die Zeichnung zeigte eine Kakerlake, die Azeri redet, die Sprache einer im Nordwesten des Iran lebenden ethnischen Minderheit. Wegen dieser Karikatur war es zu Ausschreitungen gekommen. Der neue Chefredakteur gilt als Gefolgsmann des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad.
Ein hochrangiger Vertreter des Iran bezeichnet unterdessen die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA als "Fantasieprodukt", mit dem die USA die Meinung der Weltöffentlichkeit beeinflussen wollten."Was wir im Fernsehen gesehen haben, nämlich zwei Flugzeug, die in die Zwillingstürme in New York krachen, war in Wirklichkeit eine Fantasieszene", erklärte der stellvertretende Minister für Kultur und Islamische Führung, Mohammad-Hadi Homayoun, nach Angaben der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. (apa)
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