Nach Totenschändung: Bundeswehr suspendiert beteiligte Soldaten vom Dienst
- "Wer sich so verhält, hat in Bundeswehr keinen Platz"
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Die neuen SCHOCK- Bilder aus Afghanistan
·Ermittlungen gegen deutsche Soldaten
Nach Veröffentlichung makaberer Skandalfotos
·Soldaten schändeten
Toten in Afghanistan
Skandal um deutsche Bundeswehrangehörige
Aus dem Skandal um makabre Fotos mit Totenschädeln hat die deutsche Bundeswehr erste Konsequenzen gezogen und zwei Soldaten vom Dienst suspendiert. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, handelt es sich bei den Verdächtigen inzwischen um einen "Kreis von exakt zehn Personen", die in Afghanistan im Einsatz waren. Dieser sei nicht repräsentativ für die mehr als 200.000 Soldaten, die bisher Auslandseinsätze absolviert haben, betonte ein Sprecher.
Unterdessen plant die "Bild"-Zeitungen die Veröffentlichung weiterer Skandalfotos aus den Jahren 2003 und 2004. Verteidigungsminister Franz Josef Jung gab die Suspendierung der beiden Soldaten bekannt, die in die erste Bildserie aus Afghanistan im Jahre 2003 verwickelt waren. Vier weitere waren bereits vor Bekanntwerden des Skandals aus dem Dienst ausgeschieden. Jung sagte, in Zusammenhang mit der zweiten Fotoserie aus dem Jahre 2004 werde gegen drei weitere Tatverdächtige ermittelt. Einer sei schon vernommen worden.
Auf den Fotos posierten Soldaten in teils obszöner Weise mit Totenschädeln. Der "Bild"-Zeitung liegen nach eigenen Angaben Dutzende weiterer Fotos aus den Jahren 2003 und 2004 vor, die Soldaten mit Leichenteilen zeigen. Zu sehen sei unter anderem, wie ein Soldat einem aus verschiedenen menschlichen Knochen zusammengesetzten Skelett in der Art einer Hinrichtungsszene eine Pistole an den Totenschädel hält. Auf einem anderen Foto sei einem Totenschädel ein Bundeswehr-Barett aufgesetzt worden.
Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums hieß es, dass einige Tatverdächtige aus dem Jahr 2003 aus der Kaserne in Mittenwald stammten. Nach ARD-Informationen handelt es sich bei den Soldaten auf den Fotos von 2004 "aller Wahrscheinlichkeit nach" um Soldaten des Panzergrenadier-Bataillons in Bad Segeberg.
Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf einen Soldaten, dass Bundeswehr-Patrouillen regelmäßig an der Fundstelle der Leichenteile - einer Lehm- und Sandgrube im Süden Kabuls - vorbeigefahren seien und dort angehalten hätten. Der Sprecher sagte, der Knochen-Fundort befinde sich in der Nähe des ISAF-Lagers Camp Warehouse in Kabul. Dies sei auch ein Fundort russischer Panzerwracks.
Jung bekräftigte, wer sich so verhalte, habe in der Bundeswehr keinen Platz. Der Minister erklärte, er habe Generalinspektor Wolfgang Schneiderhan beauftragt, Verbesserungsvorschläge für Ausbildung und Dienstaufsicht vorzulegen. Darüber hinaus solle sich der Beauftragte für Erziehung und Ausbildung nach Afghanistan begeben, um über die Motivation und die Disziplin der Soldaten vor Ort zu berichten. Auch in der Frage der Mitwisserschaft werde ermittelt. Dienstvorgesetzte dürften ein solches Fehlverhalten nicht tolerieren, mahnte Jung.
Die Bundeswehr dürfe durch die Vorfälle nicht generell in Misskredit gezogen werden, warnte der CDU-Politiker. Er äußerte auch die Hoffnung, dass derzeit in Afghanistan stationierte Bundeswehrsoldaten "nicht in Gefahr für Leib und Leben geraten". Die deutschen Einheiten in Afghanistan wurden für mögliche Auswirkungen auf ihre Sicherheit sensibilisiert. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, unter Federführung des Bundeskriminalamtes prüften auch die Sicherheitsbehörden im Inland, ob möglicherweise die Gefährdung gewachsen sei.
Die Verteidigungsexpertin der Grünen im Europaparlament, Angelika Beer, hat sich für die Umwandlung der Deutschen Bundeswehr in eine Berufsarmee ausgesprochen. "Die Wehrpflicht ist nachweislich kein Garant für die Einhaltung der Menschenrechte", sagte Beer der "Netzeitung". "Eine Berufsarmee mit weniger, aber qualifizierterem Personal wäre dagegen besser ausgerüstet und ausgebildet."
Beer beklagte in diesem Zusammenhang, dass die Politik an "Dogmen", wie der Wehrpflicht festhalte. Dass das neue Weißbuch zur Sicherheitspolitik eine Freiwilligenarmee nicht zulasse, gehe an der Realität vorbei, kritisierte sie. "Es verhindert den gesellschaftlichen Diskurs über die zukünftigen Aufgaben unserer Bundeswehr im Einsatz." Stattdessen würden die Kapazitäten der Bundeswehr überdehnt, indem ihr Einsatz im Innern ermöglicht werde.
(apa/red)
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