Neue Gewalt am Jahrestag der Pariser Vorstadt-Unruhen: Busse und Autos in Brand
- Trotz Polizeipräsenz: Jugendliche Gewaltausbrüche
- Sarkozy fordert "Wachsamkeit ohne Übertreibung"
·Brandanschlag auf Busse in Pariser Vorort
Villepin fordert die harte Bestrafung der Täter
·Frankreich fürchtet neue Gewalteskalation
Einwanderer-Viertel gleichen einem Pulverfass
·BILDER: Das waren die Krawalle 2005
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Trotz massiver Polizeipräsenz ist es in den Pariser Vorstädten am ersten Jahrestag der Unruhen zu mehreren gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. In Blanc Mesnil überfielen Jugendliche zwei Busse und setzten sie Brand.
Der erste Bus wurde von zwei Vermummten gestoppt, der zweite kurze Zeit später von vier vermummten Männern. Sie forderten die rund 15 Fahrgäste zum Verlassen des Fahrzeugs auf, bevor sie es anzündeten, wie Polizisten berichteten. Ein Busfahrer wurde einem Augenzeugen zufolge an seiner Krawatte aus dem Fahrzeug gezogen. Ein Fahrgast wurde geschlagen und die Stufen hinabgestoßen. Die beiden Fahrzeuge brannten völlig aus. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand.
Jugendliche werfen Brandsätze
Auch aus der Pariser Vorstadt Montfermeil berichtete die Polizei von Gewaltausbrüchen. Jugendliche hätten Brandsätze geworfen und Autos in Brand gesetzt. Auch seien Pflastersteine auf Polizeifahrzeuge geschleudert worden. Zwei Polizisten seien verletzt worden. Insgesamt wurden in dem Departement Seine-Saint-Denis im Nordosten von Paris in der Nacht rund 50 Fahrzeuge in Brand gesteckt - etwa so viele wie in der Nacht zuvor. "Es geht schon heiß her, aber es hat nicht die Ausmaße der Unruhen vom vorigen Jahr", fasste ein Polizeibeamter die Lage in der Nacht zusammen. In Montfermeil gab es eine Razzia in einer Wohnsiedlung, an der zahlreiche Bereitschaftspolizisten beteiligt waren.
Blanc Mesnil liegt ebenso wie Montfermeil in der Nähe von Clichy-sous-Bois im Norden von Paris. Dort kamen vor einem Jahr zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei ums Leben. Die 15 und 17 Jahre alten Schüler Zyed und Bouna versteckten sich in einem Transformatorhäuschen und wurden durch Stromschläge getötet. Danach begannen wochenlange Unruhen, die auch auf andere französische Großstädte übergriffen. Dabei gingen in jeder Nacht bis zu 1.400 Autos in Flammen auf. Mit einem Schweigemarsch gedachten mehrere hundert Menschen aus Zuwandererfamilien der beiden Jugendlichen.
Sarkazy rief zur "Wachsamkeit" auf
Innenminister Nicolas Sarkozy rief zur "Wachsamkeit ohne Übertreibung" auf. Am ersten Jahrestag der Vorstadt-Unruhen waren im ganzen Land 4.000 zusätzliche Polizisten im Einsatz. Allein im Großraum Paris wurden 500 zusätzliche Bereitschaftspolizisten aufgeboten. Insbesondere die Busstrecken sollten geschützt werden. (apa/red)
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