Venezuela gibt Sicherheitsratssitz auf: Bolivien soll strittigen Platz einnehmen
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Im Ringen mit Guatemala um den Platz für Lateinamerika im UNO-Sicherheitsrat ist Venezuela offenbar zum Verzicht auf seine Kandidatur bereit und will Bolivien den Vortritt lassen. Venezuela wolle seine Kandidatur zurückziehen und habe Bolivien gebeten, ins Rennen zu gehen, sagte der bolivianische Präsident Morales.
Morales ist einer der engsten Verbündeten des venezolanischen Präsidenten Chávez. Die USA sind dagegen ein erklärter Chávez-Gegner und unterstützen Guatemala. Solange es keinen offiziellen Kompromisskandidaten der Gruppe der lateinamerikanischen und karibischen Staaten gebe, bleibe Washington dabei, sagte ein Vertreter des US-Außenamts. Guatemala kündigte an, an seiner Kandidatur festzuhalten.
In der vergangenen Nacht habe ihn zuerst der venezolanische Botschafter angerufen und dann Chávez, sagte Morales im Hauptstadtvorort El Alto. Chávez habe ihm gesagt, Venezuela trete seine Kandidatur an Bolivien ab, weil es keine Aussicht auf eine Zwei -Drittel-Mehrheit im Sicherheitsrat habe.
"Wir sind Kandidaten für den Sicherheitsrat", fügte Morales hinzu. "Hoffentlich werden wir einen Konsens erzielen." Chávez wolle auf diese Weise einen Ausweg finden. Politiker in La Paz zeigten sich überrascht und warfen Chávez vor, Bolivien für seine Zwecke zu benutzen. "Wir dienen als nützliche Deppen", sagte Senator Roger Pinto von der Oppositionspartei Podemos. Chávez wolle Bolivien lächerlich machen.
"Bis die GRULAC (Gruppe der lateinamerikanischen und karibischen Staaten) ankündigt, dass es einen dritten Kandidaten gibt, werden die Vereinigten Staaten weiter Guatemala unterstützen", sagte indessen der US-Außenamtsmitarbeiter. Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind angespannt.
(APA)
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