Wegen Atomprogramm: Iran erwägt bei westlichen Sanktionen den Austritt aus IAEO
- Iranischer Außenamtssprecher: Teheran vorbereitet
- Israel fordert von UNO Verurteilung Ahmadinejads
·IAEO-Chef warnt vor
Atomtest-Sanktionen
ElBaradei: Müssen mit Iran & Nordkorea reden!
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einem Atomkrieg?
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Der Iran erwägt nach Worten seines Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini einen Austritt aus der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO), sollten Sanktionen gegen Teheran beschlossen werden. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO), Mohammed ElBaradei, warnte vor Strafmaßnahmen gegen den Iran und Nordkorea. Der Iran wird nach Einschätzung des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) frühestens 2015 über eine Atombombe verfügen.
Gegenüber der in London erscheinenden arabischen Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" erklärte der iranische Außenamtssprecher Hosseini nach Angaben des israelischen Internetdienstes "Ynet", sein Land habe bereits fertige Pläne, wie es mit möglichen Wirtschaftssanktionen umgehen werde, die wegen seines umstrittenen Atomprogramms drohen.
Zuvor hatte der iranische Chefverhandler Ali Larijani laut amtlicher iranischer Nachrichtenagentur IRNA den Westen davor gewarnt, sich von Radikalen leiten zu lassen, es würde ihm nicht viel nutzen. Die Islamische Republik sei jedenfalls fest entschlossen, sich durch nichts von ihren nuklearen Aktivitäten abhalten zu lassen. Der Iran sei nicht so dumm, eine vom Westen angestrebte Politik der gleichzeitigen Verhandlungen und Sanktionsdrohungen nicht zu durchschauen.
IAEO-Chef ElBaradei warnte in einer Rede an der Georgetown-Universität in Washington, Sanktionen gegen Iran und Nordkorea könnten die Vertreter einer harten Linie in beiden Ländern stärken. Er sei noch nicht überzeugt, dass der Iran Atomwaffen entwickle, und er glaube, dass eine Vereinbarung mit Nordkorea über dessen Atomprogramm möglich sei. ElBaradei war in der US-Hauptstadt auch mit US-Außenministerin Condoleezza Rice zusammengetroffen.
"Wenn man einmal mit dem Verhängen von Strafen anfängt, bringt es die Vertreter einer harten Linie ans Ruder", sagte ElBaradei. Er äußerte zudem generelle Zweifel, dass Sanktionen funktionieren. Wenn dieses Instrument aber in die Hand genommen werde, dann "muss dies maßvoll getan werden, um eine Verhaltensänderung zu bewirken".
Zum Iran sagte ElBaradei, es sei noch kein klares Urteil gefällt, ob der Iran Atomwaffen entwickle. Außerdem habe der Fall Libyen gezeigt, dass ein Land solche Ambitionen auch aufgeben könne. Es gebe beim Iran noch Zeit und Möglichkeiten für Verhandlungen.
Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf den IAEO-Chef, der Iran teste technische Ausrüstung zur Beschleunigung seiner Urananreicherung. Seit Februar, als Teheran einen Durchbruch bei der Urananreicherung feierte, habe der Iran nur mit einer so genannten Kaskade von 164 Zentrifugen gearbeitet.
ElBaradei erklärte laut "New York Times": "Nach unseren jüngsten Inspektionen ist die zweite Zentrifugen-Kaskade fertig und einsatzbereit." Noch sei kein Uran in das neue System geleitet worden, doch dies könnte bereits in der nächsten Woche geschehen. Allerdings würde es dem Zeitungsbericht zufolge auch mit zwei Kaskaden Jahre dauern, bis der Iran genug angereichertes Uran für eine Atombombe hätte.
Eine präzise Abschätzung des Zeitpunkts, wann der Iran eine Atombombe beseitzen könnte, sei schwierig, sagte BND-Chef Ernst Uhrlau in Berlin bei einer Sicherheitskonferenz der Zeitung "Welt am Sonntag". Nach dem bisherigen Tempo bei der Anreicherung dürfte die islamische Republik aber nicht vor 2010 über eine ausreichende Menge hoch angereicherten Urans verfügen, mit dem Atomwaffen hergestellt werden könnten. Eine Atombombe könne das Land dann ab 2015 besitzen.
Der Iran widersetzt sich der Forderung der internationalen Staatengemeinschaft, auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Der Westen vermutet, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeitet. Der Iran hat dies zurückgewiesen und erklärt, das Programm diene rein friedlichen Zwecken. Die Aussetzung der Anreicherung von spaltbarem Uran-235, wie dies der Weltsicherheitsrat fordert, hat Teheran abgelehnt.
Für den Betrieb eines AKW ist ein Anreicherungsgrad von drei bis fünf Prozent notwendig, für eine Atombombe von über 90 Prozent. Der Iran hat nach eigenen Angaben Uran-235 auf 3,5 Prozent angereichert.
(apa/red)
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