Wegen Treffen mit BAWAG-Elsner: Khol gibt Taus die Schuld an Wahlniederlage der ÖVP
- Ex-Parteichef weist Vorwurf als "lächerlich" zurück
- Besuch bei krankem Ex-Banker deutlich verteidigt
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Der frühere ÖVP-Chef Josef Taus weist den Vorwurf des scheidenden Nationalratspräsidenten Andreas Khol zurück, wegen seines Treffens mit Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner für die Wahlniederlage der ÖVP verantwortlich zu sein. Gegenüber der APA bezeichnete es Taus als "eigenartig und beinahe lächerlich", dass nun versucht werde, "außerhalb der Funktionäre nach Sündenböcken" zu suchen. "Die Wahlergebnisse der letzten Jahre waren für die ÖVP nicht gerade eine Erfolgsgeschichte", deutete Taus andere Gründe für die Wahlniederlage an, ohne konkret darauf eingehen zu wollen.
Der frühere Parteichef, der seit einem halben Jahrhundert der ÖVP angehört, betonte, es schmerze ihn, dass die ÖVP die Wahl nicht gewonnen hat. "Ich halte es für richtig, dass unter den Spitzenfunktionären nicht nach Schuldigen gesucht wird", lehnt Taus diese Diskussion ab.
Taus verteidigt auch neuerlich seinen Besuch bei Elsner in Frankreich. "Ich habe es mein ganzes Leben so gehalten, dass Personen, mit denen ich über Jahre zusammen gearbeitet habe, auch wenn sie in Schwierigkeiten geraten, für mich nicht über Nacht zu Unpersonen werden. Ich bin daher seinem Wunsch nachgekommen und habe ihm ohne Geheimnistuerei in Frankreich besucht, weil ich nicht sehr weit entfernt bei Freunden gewesen bin. Ich würde das für jede andere Person in genau der gleichen Art und Weise auch in Zukunft machen", rechtfertigte sich Taus. Darüber hinaus macht der frühere ÖVP-Chef darauf aufmerksam, dass noch keine rechtskräftige Verurteilung Elsners erfolgt sei und man in einem Rechtsstaat sehr sorgfältig darauf achten sollte, dass die Unschuldsvermutung gilt.
Khol hatte im "Standard" gemeint, die ÖVP habe bis zehn Tage vor der Wahl noch geführt. Der große Umschwung sei mit der Berichterstattung über den Besuch von Taus bei Elsner in Frankreich gekommen. "Das hat nach meiner Analyse einen großen Teil der sozialdemokratischen Wähler, die so wie manche von uns zur Wahlenthaltung tendiert haben, zur Wahlurne gebracht." (apa/red)
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