Montag, 23. Oktober 2006

Umstrittene Grundsicherung: 800.000 Österreicher könnten davon profitieren

  • Jeder Zehnte mit weniger als 800 Euro im Monat
  • Frauen & Schlechtgebildete von Armut stark betroffen

Rund 800.000 Österreicher könnten von der Einführung einer Grundsicherung profitieren, so die Statistik Austria gegenüber der APA. Im Jahr 2004 hatte jeder zehnte Österreicher, der in einem Privathaushalt lebt, weniger als 9.400 Euro im Jahr zur Verfügung. Der Vorschlag einer Grundsicherung sieht 800 Euro monatlich und damit 9.600 Euro im Jahr vor.

Die Zahlen der Statistik Austria bedeuten, dass rund 800.000 Österreicher im Jahr 2004 mit weniger als 800 Euro pro Monat auskommen mussten und somit von der diskutierten Grundsicherung profitieren könnten. Wie viele Menschen von der Grundsicherung tatsächlich profitieren würden, könne man allerdings auf Grund mangelnder Angaben bezüglich der Rahmenbedingungen derzeit nicht genau sagen, betonte Martin Bauer von der Statistik Austria.

Fest steht aber: besonders schlechtausgebildete Menschen und allein stehende Frauen sind von geringem Einkommen betroffen. 2004 hatten 10 Prozent der Personen, die maximal über einen Pflichtschulabschluss verfügten, weniger als 9.000 Euro im Jahr. Noch enger ist die Situation für allein stehende Frauen - sie mussten mit weniger als 8.000 Euro im Jahr auskommen. "Man muss hier bei den strukturellen Problemen, etwa bei der Ausbildung ansetzen. Geld auszahlen lindert zwar kurzfristig die Armut, ändert aber die Situation nicht nachhaltig", meint Martin Bauer von der Statistik Austria.

Bauer betonte außerdem, dass diese Angaben nur Personen in Privathaushalten erfasst. Wohnungslose, also etwa Obdachlose, fallen somit aus dieser Statistik heraus.

(apa/red)

23.10.2006 13:13