Finale für die Bawag: Poker mit Gelb-Joker

Der geheime Fahrplan: Die Bank soll in acht Wochen verkauft sein. Wer die Favoriten sind, was die Bieter im Datenraum fanden und der mögliche Post-Überraschungscoup.
Am 8. Dezember zieht der ÖGB aus seiner angestammten Zentrale am Wiener Schottenring aus. Es wird der Akt eines Neubeginns für den Gewerkschaftsbund, der belastende Teile seiner Vergangenheit abschütteln will. Auch die Bawag als Gewerkschaftsbank wird dann bereits Vergangenheit sein. Denn in acht Wochen, so der geheime Fahrplan, soll die Bawag P.S.K. verkauft sein. Eine gewichtige Rolle kommt dabei noch der Post zu.
Filetierung sicher. Der Countdown zum größten Deal am heimischen Bankensektor ist unwiderruflich eingeleitet. Die knapp 6.300 Mitarbeiter der viertgrößten Bankengruppe des Landes müssen sich damit auf eine Filetierung ihres Konzerns einstellen. Dass jeder Anbieter die Bank filetiert, steht nach dem ersten Blick in die Datenräume fest, so ein am Bieterverfahren teilnehmender Interessent zu NEWS. Nachsatz: Die Frage ist nur, wie stark die Bawag zerlegt wird.
Post will kaufen. Als Jolly Joker im Poker um die Bawag hat sich Post-Chef Anton Wais positioniert. Er will sich an der Bawag P.S.K., die der Post durch den Kooperationsvertrag immerhin rund 100 Millionen Euro im Jahr einbringt, beteiligen und führt hinter den Kulissen bereits Investoren-Gespräche, wie NEWS aus Bieterkreisen erfahren hat. Offiziell signalisiert die Post Interesse an der Bawag, dementiert aber konkrete Bietergespräche.
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