Vizekanzler Grasser als Schüssels Erbe?

Schwarzer Geheimplan. Der Kanzler will Glamourboy Karl-Heinz Grasser als Vizekanzler oder VP-Spitzenkandidat installieren.
Eigentlich hatte er sich ja schon auf sein neues Leben eingestellt. Ganz Lebemann, mit einem Job im Top-Management, wollte er sein. Und fortan
das Dolce Vita von Kitzbühel über Capri bis New York in vollen Zügen genießen. Das war zumindest sein fester Entschluss am Abend des 1. Oktober. An dem Abend, an dem Karl-Heinz Grassers Traum von einer weiteren Legislaturperiode als Finanzminister zerplatzte zumindest scheinbar.
Seit vergangener Woche, genauer gesagt seit letztem Mittwoch, ist alles wieder anders. Seit diesem Tag habe er plötzlich wieder die Koffer ausgepackt und die Hemdsärmel aufgekrempelt, erzählen auch Beamte seines Ministeriums.
Davor habe er resignativ gewirkt, wie einer, der seine Aufgabe abgeschlossen und sich bereits innerlich verabschiedet habe. Danach aber sei er plötzlich wieder voller Elan und Tatendrang gewesen.
Kein Wunder: Denn davor war der desaströse Absturz der ÖVP bei der Nationalratswahl, danach ein für ihn entscheidendes Gespräch: Sein Mentor, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, hat seinem parteifreien Lieblingsminister nach den ersten rot-schwarzen Verhandlungen schließlich ganz im Vertrauen erklärt, dass das Spiel längst noch nicht vorbei sei. Dass seine Chancen, Finanzminister zu bleiben, nach wie vor intakt seien. Und dass er sogar die allerbesten Aussichten hätte, bald noch einen Karrieresprung zu erleben.
Denn dass sein ehemaliger Innenminister Ernst Strasser von Teilen der ÖVP als neuer ÖVP-Vizekanzler ins Spiel gebracht wird, goutiert Schüssel ganz und gar nicht. Er will ein Comeback seines einstigen ÖVP-internen Gegenspielers unbedingt vermeiden. Und bringt lieber seinen politischen Ziehsohn ins Spiel.
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