Widerstand gegen Post-Verkauf wächst: Gewerkschaft gegen weitere Privatisierung
- Gewerkschafter Fritz: "Noch zu viele Fragen offen"
- Wais-Vorschlag zu Sperrminorität abgelehnt
·Brief-Monopol der Post soll 2009 fallen
EU wird heute Pläne für Liberalisierung vorstellen
Die Postgewerkschaft ist gegen einen weiteren Verkauf von Staatsanteilen der seit Mai börsenotierten Österreichischen Post. Dies sei weder notwendig noch im Interesse des Unternehmens, sagte Postgewerkschafts-Chef Gerhard Fritz im Ö1-Morgenjournal. Er stellte sich damit gegen Überlegungen von Postchef Anton Wais, der einen Rückzug des Staates auf eine Sperrminorität (25 Prozent plus 1 Aktie) erneut anregte. "Das ist vorstellbar und ich halte es nicht für einen Nachteil für das Unternehmen", sagte Wais. Derzeit hält die Republik 51 Prozent, der Rest befindet sich im Streubesitz.
Fritz meinte hingegen, es stehe überhaupt nicht fest, wie die bevorstehende Liberalisierung tatsächlich aussehen wird. Es sei durchaus möglich, dass sich daraus neue Gefahren für die Post ergeben. Fritz: "Es gibt viel zu viele offene Dinge, die noch nicht entschieden sind, wie zum Beispiel wie soll der Universaldienst (flächendeckende Versorgung von Österreich, Anm.) in Europa aussehen. All das gehört zuerst entschieden.
Weiters betonte der Gewerkschafter, dass er kein weiteres Rationalisierungspotenzial bei der Post AG sieht. Wais hingegen bekräftigte gestern, dass in den nächsten Jahren jeweils rund 400 Postler abgebaut werden. Heuer sollen es noch über 1.000 werden. Zum Halbjahr lag der Personalstand bei knapp 24.300 Mitarbeitern. Seit der Eröffnungsbilanz im Jahr 1999 (35.500 Mitarbeiter) hat die Österreichische Post damit bereits über 10.000 Stellen gestrichen.(apa/red)

