Samstag, 21. Oktober 2006

Altach entführt drei Punkte aus Innsbruck: Aufsteiger lehrt dem Nachbarn das Fürchten

  • Superfund biegt GAK: Gilewicz findet das Tor wieder
  • Nullnummer: Sturm vs Mattersburg ohne Höhepunkte

FC Wacker Tirol hat mit einer 0:1-Heimniederlage gegen SCR Altach wieder drei Punkte hergeschenkt. Nachdem die Innsbrucker vor einer Woche gegen Tabellen-Schlusslicht Ried daheim 1:2 verloren hatten, rutschten sie nun durch die Niederlage gegen den Aufsteiger vom zweiten auf den vierten Tabellenplatz ab. Altach verbesserte sich auf Rang fünf, liegt nur noch drei Punkte hinter den Tirolern.

Die Tirol-Fans unter den 5.000 Zuschauern feierten die lange geforderte Umbenennung des Klubs ab nächster Saison in FC Wacker Innsbruck mit Transparenten und bengalischen Feuern - Klub-Obmann Gerhard Stocker: "Zurück zu den Wurzeln. Das Tivoli soll wieder brennen!" -, schon bald verging ihnen aber die Feierlaune. Altachs Schnellrieder tankte sich links durch, sein Zuspiel verwertete Schoppitsch mit dem linken Außenrist kunstvoll zum 0:1 (8.).

Wie beim Treffer kamen die Vorarlberger in der ersten Hälfte öfters über ihre linke Seite gut durch, der gesperrte Mimm fehlte den Gastgebern da ganz gewaltig. Leonardo und Ledezma fanden in der Anfangsphase auch ihre Möglichkeiten vor. Doch beide Brasilianer glänzten an diesem Tag eher durch Abschluss-Schwäche, sonst hätte die Partie schon frühzeitiger entschieden sein können.

Doch so witterten die Tiroler ihre Chance, spielten nach dem Seitenwechsel fast nur auf ein Tor. Aganun hatte schon in der 26. Minute ans Lattenkreuz geschossen, in der 46. Minute rettete Bolter für die Altacher an die eigene Latte. In der 61. Minute scheiterte Aganun mit einer großen Möglichkeit an Goalie Krassnitzer. Auch alle anderen Groß- und Halb-Möglichkeiten der Tiroler brachten freilich nichts ein.

Damit ging vor den Augen von Ex-Tirol-Trainer Stanislaw Tschertschessow nach Ried-Coach Helmut Kraft in der Vorwoche mit Michael Streiter ein weiterer früherer Trainer der Innsbrucker als Sieger vom Tivoli. Tirol-Coach Frantisek Straka hat mit der Niederlage nach eigener Einschätzung mehr als drei Punkte verloren, hatte er das West-Derby doch zum Sechs-Punkte-Spiel erklärt.

Glücklicher Heimsieg von Superfund gegen GAK
Mit einer ordentlichen Portion Glück hat Pasching einen 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen den GAK gefeiert. Vor allem dank eines Treffers von Gilewicz (14.) und einer ausgezeichneten Leistung von Tormann Schicklgruber stießen die seit 5. August in der Liga ungeschlagenen Oberösterreicher auf den zweiten Tabellenplatz vor. Seit dem 1:2 zu Hause gegen Mattersburg haben die Paschinger in der Meisterschaft dreimal gewonnen und sechsmal Remis gespielt.

Mit seinem ersten Ligatreffer seit 29. Juli (damals ebenfalls gegen den GAK) brachte Gilewicz die Paschinger in Führung. Nach Pamminger-Eckball von der rechten Seite köpfelte der Pole aus kurzer Distanz völlig unbedrängt ein (14.). Der danach in einer flotten ersten Spielhälfte klar überlegene GAK hätte noch vor der Pause mit dem Ausgleich antworten können bzw. müssen, vergab jedoch einige Sitzer.

Skoro traf völlig freistehend das Tor nicht (20.), bei einer Chance von Hassler zeichnete sich der bärenstarke Schicklgruber aus (26.). Kujabi verfehlte hauchdünn das Gehäuse (36.) und Standfest scheiterte nach Skoro-Schuss und Schicklgruber-Parade per Abstauber (43.).

Nach dem Wechsel ließen das Niveau und das Drängen der Grazer auf den Ausgleich ein wenig nach. Dennoch lag im Waldstadion weiter das 1:1 weitaus mehr als das 2:0 in der Luft. Die dickste Chance der Grazer fand Kollmann vor, der nach Standfest-Stanglpass aus drei Metern Entfernung nur die Innenstange traf (78.).

Magere Nullnummer bei Sturm - Mattersburg
Sturm Graz und Mattersburg haben sich in einem von Kampf und Krampf geprägten Spiel mit 0:0 getrennt. Vor allem in Hälfte eins war wenig Fußball zu sehen. Dies besserte sich zwar in Durchgang zwei, Tor durften die 7.634 Fans aber keines bejubeln. Mattersburg holte nach vier Auswärtsniederlagen wieder einen Punkt in der Fremde, Sturm blieb im sechsten Heimspiel in Folge ungeschlagen.

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen kleineren und auch größeren Fouls. Schiedsrichter Thomas Prammer hätte den Akteuren, die vor dem Spiel so wie in allen Bundesligastadien noch gegen Rassismus und für mehr Fairness auftraten, mehr als fünf Gelbe Karten zeigen müssen. Dort wo der Ball war, waren zumeist auch alle 20 Feldspieler zu sehen. Ein Verhalten, wie man es eher von Schülermannschaften gewohnt ist.

An den Spielern der Heimmannschaft dürften die finanziellen Probleme der vergangenen Monate nicht spurlos vorbeigegangen sein, Filipovic suchte zudem in der Nacht auf Samstag die Grippe heim, er musste passen. Auch Salmutter fehlte im Mittelfeld merklich. Bei Mattersburg verletzte sich Naumoski beim Aufwärmen, für ihn stürmte der junge Bürger. Fuchs musste zudem nach einem Zweikampf in Minute 23 mit Gehirnerschütterung vom Platz getragen werden.

Mattersburg begann ob der vielen Nicklichkeiten offensiver, wollte sich offensichtlich für das 1:4-Heimdebakel im ersten Aufeinandertreffen dieser Saison revanchieren. Atan hatte bei einem Kopfball nach Kühbauer-Flanke (12.) Pech, die beste Chance war ein Mörz-Schuss (42.), dieser wurde von einem Grazer-Abwehrspieler in letzter Sekunde abgefälscht. Sturm kam erst ab der 28. Minute auf, und durch Rauter in der gleichen Minute und Rabihou (31.) zu zwei guten Tormöglichkeiten in Halbzeit Eins.

Die Hausherren waren dann in Hälfte zwei das Team, das mehr für das Spiel machte. Mattersburg hatte nur einen Torschuss auf der Habenseite, Sturm kam durch Krammer (62.) und Sarac (65.) zu zwei guten Möglichkeiten. Trotzdem hätte Hanikel in der 87. Minute für die Entscheidung zu Gunsten der Gäste sorgen können. Goalie Szamotulski war jedoch auf dem Posten, reagierte blendend. So blieb es am Ende bei einem gerechten Unentschieden.

(apa/red)

21.10.2006 20:49