NEWS: Raucher-Paradies Österreich! Wenig Verbote, kaum Kontrollen & leistbare Preise
- Ab 1. Jänner '07: Verpflichtende Nichtraucher-Zonen
- Ausgedämpft: Mediziner warnen vor Nikotin-Folgen
·Experten fordern: Zigaretten für 10 Euro!
NEWS: "Zigarettenpreise drastisch erhöhen!"
·NETWORLD-UMFRAGE zum Blauen Dunst!
Sind Sie für striktes Rauchverbot in Lokalen?
·"Passivrauchen tötet und macht krank!"
Experten für Rauchverbot
in öffentlichen Räumen
·Endlich Nichtraucher
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Wenige Verbote, kaum Kontrollen und leistbare Preise. In Österreich kommen Freunde des blauen Dunstes noch auf ihre Kosten. Mediziner warnen vor den Nikotin-Folgen und fordern: "Rauchverbot in Lokalen!"
Der Trend ist klar: Was vor Jahrzehnten in den USA begann, nämlich die Zurückdrängung des Rauchs aus dem öffentlichen Leben, erreicht nun mehr und mehr europäische Staaten (u. a. Italien, Schottland, Irland, Skandinavien, Frankreich) doch längst nicht alle. Denn ein kleines Land trotzt dem internationalen Trend.
Raucherfestung Österreich
Geradezu paradiesisch wirken nämlich die Bedingungen für heimische Raucher. Landauf, landab kann gepofelt werden, was das Zeug hält. An vergleichsweise wenigen Orten herrschen Verbote, nirgends muss jemand lange von seinem Laster lassen. So verwundert es wenig, dass immer noch 2,3 Millionen Menschen im Lande und damit weit mehr als ein Drittel aller Erwachsenen rauchen. Gerade bei den Jungen ist Rauchen anscheinend weiterhin äußerst cool. Allein im vergangenen Jahr haben 60 Prozent der 14- bis 19-Jährigen zumindest gelegentlich zum Glimmstängel gegriffen. Damit zählt der Zigarettenkonsum junger Menschen zu den höchsten innerhalb Europas. Besonders Mädchen können ihre Finger häufig nicht von der Zigarette lassen und haben den Burschen bei der Zahl starker Raucher längst den Rang abgelaufen. Jährlich gehen etwa 17 Milliarden Zigaretten in blauem Dunst auf. Deren Preis ist zwar in den vergangenen Jahren zur Freude des Finanzministers sukzessive gestiegen, doch dies förderte vielerorts nur den Schmuggel, durch den laut Tabakindustrie bereits 18 Prozent (!) des Bedarfs gedeckt werden. Trotz gestiegener Preise ist das Laster in Österreich also längst noch kein Luxus. Denn während etwa Norweger rund neun Euro für eine Schachtel berappen müssen, ist diese hierzulande weiterhin für unter vier Euro zu haben. Und selbst dort, wo Verbote gelten, etwa auf Bahnhöfen oder in Krankenhäusern, wird deren Übertretung kaum geahndet.
18.000 Lokale: No Smoke
Nun aber ziehen dunkle Wolken über dem bisherigen Raucherparadies Österreich auf. Schon ab dem nächsten Jahr wird sich nämlich für den qualmenden Teil der Bevölkerung einiges ändern. Denn ab 1. 1. 2007 müssen in allen Speiselokalen, die größer als 75 Quadratmeter sind, 40 Prozent der Fläche für Nichtraucher reserviert werden. Betroffen sind landesweit 18.000 Lokale, die künftig abgetrennte Schutzzonen für Nichtraucher zu errichten haben. So sieht es zumindest eine Selbstverpflichtung vor, die der Fachverband der Gastronomen gegenüber dem Gesundheitsministerium eingegangen ist. Österreichs Wirte wollen dadurch lieber freiwillig ihr Entgegenkommen beweisen, um sich und ihre rauchenden Gäste vor weitaus drastischeren Maßnahmen zu schützen.
Mediziner warnen
Geht es nach den Medizinern, so könnte den heimischen Rauchern bald der Rauswurf aus dem Nikotin-Paradies drohen. In Österreich gibt es immer noch viel zu wenig Schutz für Nichtraucher. Gerade in Lokalen und anderen Gebäuden, wo sich viele Menschen aufhalten, sind Rauchverbote wie in Italien dringend notwendig, mahnt Christoph Zielinski. Der Leiter der klinischen Abteilung für Onkologie am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Wien begründet seine Forderung mit den seit langem bekannten Gesundheitsschäden für Raucher und Nichtraucher: Menschen, die rauchen, haben ein hohes Risiko, an Krebs und anderen Krankheiten zu leiden. Aber auch das Passivrauchen ist schädlich: Zwei Drittel aller Nichtraucher, die an Lungenkrebs erkranken, sind am Arbeitsplatz oder in der Familie direktem Zigarettenrauch ausgesetzt. Dass die totalen Rauchverbote deshalb umso mehr Sinn machen, wurde auch bereits belegt: In Teilen Italiens ist seit der Einführung des Rauchverbots in Lokalen die Anzahl der Gefäßerkrankungen deutlich zurückgegangen. Nach Erkenntnissen von Medizinern sterben weltweit mehr als die Hälfte aller Raucher vorzeitig an schweren Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen sowie anderen Beschwerden, die auf den Konsum der Zigarette und ihrer 50 schädlichen Inhaltsstoffe zurückzuführen sind. So sind für 30 Prozent aller Karzinome sowie für über 90 Prozent aller Lungenkrebs-Diagnosen Zigaretten verantwortlich. Gesundheitliche Auswirkungen, die durch den Verzicht auf den Tschick vermeidbar wären. Denn: Jahr für Jahr kosten die Folgeerkrankungen des blauen Dunstes das österreichische Gesundheitswesen Millionen Euro und fordern mehr als 14.000 Todesopfer.
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