Mittwoch, 18. Oktober 2006

Trotz Embargo nur das Beste: Sushi
und französischer Wein für Kim Jong Il

  • Staatschef lässt sich nur bestes Essen schmecken

Von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il ist bekannt, dass er sich französische Weine und japanisches Sushi schmecken lässt, während seine Landsleute hungern - und daran wird sich nach Einschätzung von Beobachtern auch durch die verschärften Einfuhrbeschränkungen der UNO nicht viel ändern. Denn der Schwarzmarkt funktioniert und in Embargo-Zeiten ohnehin.

Aus Augenzeugenberichten der vergangenen Jahre ergibt sich das Bild von Kim als eines genusssüchtigen Präsidenten, der wählerisch die Anchovis von der Pizza klaubt und mit silbernen Stäbchen Hummer isst. Kims früherer Chefkoch, ein japanischer Sushimeister, beschrieb in einem Buch, der Staatschef bevorzuge sein Sushi so frisch, dass der Fisch noch zappelt. Was die Getränke angeht, soll der Präsident jahrelang französischen Cognac getrunken haben, bevor er sich zuletzt stärker dem Wein zuwandte.

"Es gibt immer einen Warenfluss über die Grenze zu China", sagt John Feffer vom US-Forschungszentrum Foreign Policy in Focus. Deshalb werden auch die Strafen der Vereinten Nationen nicht viel daran ändern, dass es sich die kommunistischen Parteibonzen in Nordkorea gutgehen lassen, wie Beobachter schätzen. Die Waren, die sie sich kommen ließen, seien "klein genug, damit sie sich leicht schmuggeln lassen", sagt Kimberley Elliott vom Zentrum für globale Entwicklung in Washington. Und selbst wenn das nicht mehr ginge: "Ich glaube nicht, dass die Nordkoreaner sich von ihren Atomversuchen abbringen ließen, wenn sie keinen Cognac mehr hätten", sagt der Nordkorea-Experte und Buchautor Marcus Noland.

(apa/red)

18.10.2006 15:12