Wenige Tage nach Eskalation: USA haben Hinweise auf 2. nordkoreanischen Atomtest!
- Außenministerin Rice auf Werbetour für Sanktionen
- EU will Pjöngjang weiter Entwicklungshilfe gewähren
Nordkorea trifft nach US-Medienberichten möglicherweise Vorbereitungen für einen zweiten Atomtest. US-Spionagesatelliten hätten Aktivitäten von Menschen und verdächtig wirkenden Fahrzeugen in der Nähe jenes Gebiets gemacht, in dem Nordkorea vor einer Woche einen unterirdischen Atomtest unternommen habe, berichteten die US-Sender NBC und ABC. Südkorea bestätigte, es gebe mehrere entsprechende Geheimdienstberichte. Auch in Tokio hieß es, es gebe Informationen, wonach Nordkorea einen zweiten Atomtest vorbereiten könnte.
US-Vertreter hätten angegeben, dass sie sich zwar nicht sicher sein könnten, was genau rund um das Gelände vorginge. Es könne sich ihrer Einschätzung nach aber durchaus um Vorbereitungen für eine weitere Nuklearexplosion handeln, berichteten NBC und ABC.
Südkorea sei wachsam, sagte ein Regierungsbeamter in Seoul, der nicht namentlich genannt werden. Es sei aber nicht klar, wie zuverlässig die Berichte seien. Die japanische Regierung erklärte, ihr lägen Informationen über Medienberichte vor, wonach Nordkorea einen weiteren Atomtest vorbereiten könnte. Über die Inhalte dieser Informationen könne er nicht sprechen, sagte Außenminister Taro Aso.
US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte zuvor, sie hoffe, dass Nordkorea keinen zweiten Test unternehmen werde. Dies würde das Land weiter isolieren. Sie forderte die internationale Gemeinschaft zudem dazu auf, die beschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea entschieden umzusetzen. Jeder Staat müsse bei der Einhaltung der Strafmaßnahmen mitwirken, sagte sie. Nordkorea müsse den Preis dafür bezahlen, dass es vor einer Woche einen unterirdischen Atomtest unternommen habe. Rice bricht zu einer Reise nach Japan, Südkorea, China und Russland auf.
USA bestätigen ersten Atomtest Pjöngjangs
Der US-Geheimdienst hat bestätigt, dass der nordkoreanische Test vom 9. Oktober tatsächlich ein Atomwaffentest war. Der Test stieß international auf Ablehnung, der Weltsicherheitsrat beschloss am Samstag Sanktionen gegen das Land.
US-Präsident George W. Bush hat unterdessen erneut die Aufnahme direkter Verhandlungen mit Nordkorea abgelehnt. Wenn der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il von mehreren anderen Staaten gleichzeitig zu hören bekomme, dass sie gegen die Atomtests seien, werde es "wahrscheinlicher, diese Sache friedlich lösen zu können", sagte Bush.
Er sei "tief beunruhigt" über die Hungersnot, die Existenz von "Konzentrationslagern" und allgemein über die Lebensbedingungen in Nordkorea. Gemeinsam mit anderen Staaten wollten die USA der Führung in Pjöngjang klar machen, "dass es einen besseren Weg in die Zukunft gibt".
(APA/red)
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