Sonntag, 22. Oktober 2006

Fastenmonat Ramadan geht zu Ende: Ab heute wird in der islamischen Welt gefeiert

  • Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr beginnt
  • In Türkei wird "Zuckerfest" Seker Bayrami gefeiert

In vielen islamischen Ländern geht heute der Fastenmonat Ramadan zu Ende. Die offiziellen Medien in Jemen, Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den palästinensischen Gebieten erklärten, dass das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beginne.

Auch der Mufti des Libanons äußerte sich entsprechend. In der Türkei wird das Ende des Ramadan (türkisch: Ramazan) von heute an als Seker Bayrami (Zuckerfest) gefeiert.

Mit den dreitägigen Feierlichkeiten wird die je nach Mondstand 29 oder 30 Tage dauernde Fastenzeit beendet, während der gläubige Muslime tagsüber vollständig auf Essen und Trinken verzichten. Wann die Fastenzeit endet, hängt von der Sichtung der Neumondsichel ab, was in verschiedenen Teilen der Welt variieren kann. Im Iran begann Eid al-Fitr bereits am Sonntag.

Papst Benedikt XVI. sprach den Muslimen zum Ende des Ramadan Glückwünsche aus, er erinnerte aber zugleich an die dramatische Lage im Irakt. Das Klima der Freude werde durch die tragischen Nachrichten von äußerster Unsicherheit und grausamer Gewalt aus dem Irak überschattet, sagte der Papst laut Kathpress am Sonntag beim Angelusgebet. Dieser Gewalt seien zahlreiche schuldlose Menschen ausgesetzt, "nur weil sie Schiiten, Sunniten oder Christen sind".

Der Papst versicherte allen Opfern seine Nähe und sprach ihnen Trost zu. Er rief zum Gebet für die religiösen und politischen Führer auf, damit sie das irakische Volk auf dem Weg des Wiederaufbaus ihres Landes unterstützen. Dies müsse in der Suche nach einem von allen geteilten Gleichgewicht geschehen, sowie im Bewusstsein, dass die Vielfalt der Komponenten des irakischen Volkes integraler Bestandteil des Reichtums dieses Landes seien. Benedikt XVI. äußerte sich besonders besorgt über die Lage der Christen im Irak.

Taliban-Führer Mullah Omar forderte die NATO einem Medienbericht zufolge zum Abzug aus Afghanistan auf und kündigte verstärkte Kämpfe nach dem Ende des Ramadan an. "Mit Allahs Gnade wird der Kampf um ein vielfaches verstärkt und viel organisierter werden", hieß es in einer von der Nachrichtenagentur NNI am Sonntag in Pakistan verbreiteten Botschaft Mullah Omars zum Eid al-Fitr, das in Afghanistan ebenfalls ab Montag gefeiert wird. Die NATO, die die Internationale Schutztruppe ISAF führt, solle Afghanistan in ihrem eigenen Interesse verlassen.

(apa/red)

22.10.2006 16:20