Waffenschmuggel unterbinden: Israelische Minister fordern Besetzung der Gaza-Grenze
- Toter bei Schusswechsel zwischen Fatah und Hamas
- Israel kündigt Fortsetzung der Flüge über Libanon an
Mehrere israelische Kabinettsminister haben eine Militäroperation zu Wiedererlangung der Kontrolle über die südliche Grenze des Gazastreifens gefordert. Auf diese Weise solle der Waffenschmuggel aus Ägypten in die Palästinensergebiete unterbunden werden. Bei einem Schusswechsel zwischen Sicherheitskräften der Hamas und der Fatah im Gazastreifen wurde ein Mensch getötet.
Industrie- und Handelsminister Eli Yishai von der religiösen Shas-Partei erklärte, es müsse ohne zu Zögern gehandelt werden. Jedes weitere Zuwarten sei gefährlich. Als Israel aus dem 12 Kilometer langen Philadelphi-Grenzkorridor abgezogen sei, habe er prophezeit, das dies die Pforten zur Hölle öffnen werde.
Yishais Forderung nach Wiederbesetzung des Korridors mehr als ein Jahr nach Israels Abzug wurde von zwei weiteren Ministern und einem hohen Militärkommandanten unterstützt. Der Sprecher der Palästinenser-Regierung, Ghazi Hamad, sprach von einem potenziellen Trick zur Wiederbesetzung des Gazastreifens, die Israel wiederholt ausgeschlossen hatte.
Toter bei Schießerei im Gazastreifen
Unterdessen berichteten palästinensische Ärzte, bei dem Todesopfer der Schießerei im Gazastreifen handle es sich um ein Mitglied einer dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas (Abu Mazen) und seiner Fatah-Organisation zugeordneten Truppe. Augenzeugen zufolge wurden Autos der Hamas-eigenen Sicherheitstruppe in der Ortschaft Bureij in Brand gesteckt.
Zwei Tage zuvor war der Fahrzeugkonvoi von Regierungschef Ismail Haniyeh, der der radikalislamischen Hamas angehört, im Gazastreifen beschossen worden. Dabei war niemand verletzt worden. Seit dem Wahlsieg der Hamas im Jänner starben rund 30 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Hamas und der Fatah-Organisation von Abbas. Die beiden Organisationen vereinbarten mehrfach, der Gewalt ein Ende zu bereiten.
Israel will Flüge über Libanon fortsetzen
Israel hat eine Fortsetzung umstrittener Militärflüge über dem Libanon angekündigt. Verteidigungsminister Amir Peretz sagte nach Medienberichten während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem zur Begründung, die libanesische Regierung setzte die UN-Resolution 1701 nicht um. Es gebe Hinweise des israelischen Geheimdienstes auf illegale Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah-Miliz. Solange diese Lage andauere habe Israel "keine Absicht, die Flüge über dem Libanon zu beenden", sagte Peretz.
Der französische UNIFIL-Befehlshaber Alain Pellegrini hatte die Vereinten Nationen zuvor um Flugabwehr zur Vorbeugung gegen israelische Luftangriffe gebeten. Er beschwerte sich über die Verletzung des libanesischen Luftraums durch israelische Kampfflugzeuge. Die UN-Truppe würde sich notfalls verteidigen, sollte Israel die Blauhelmsoldaten noch einmal angreifen, erklärte Pellegrini. Während ihres Libanon-Feldzuges hatte die israelische Luftwaffe im Juli ein UNIFIL-Camp im Südlibanon bombardiert und dabei vier Blauhelmsoldaten getötet.
(apa/red)
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