Montag, 23. Oktober 2006

Der Panama-Kanal wird vergrößert: Volk stimmt mit breiter Mehrheit für Erweiterung

  • Zahl der Container pro Schiff vor Verdreifachung
  • Panama jubelt - Projekt aber ökologisch umstritten

Die Panamesen haben mit Feuerwerken und Autokorsos gefeiert nachdem der ehrgeizige Plan zur Modernisierung und Erweiterung des berühmten Kanals zwischen Atlantik und Pazifik vom Volk mit großer Mehrheit unterstützt worden ist. Nach Auszählung von 94 Prozent der Wahllokale haben mehr als 78 Prozent der Wähler nach offiziellen Angaben für das 5,25 Milliarden Dollar (4,16 Mrd Euro) teure Projekt gestimmt, das dem Land neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen soll. Präsident Martin Torrijos feierte die Zustimmung als einen großen Sieg für Panama.

"Niemals zuvor in der Geschichte des Landes haben wir Panamesen eine Entscheidung von solcher Tragweite getroffen", sagte Torrijos im Fernsehen, "wir legen damit die Grundlage für den Aufbau eines besseren Landes." Panama werde nun die Schande überwinden, dass in dem Land 40 Prozent der Menschen in Armut lebten.

Regierung und Kanalgesellschaft wollen den Kanal zwischen Karibik und Pazifik auch für große Containerschiffe moderner Bauart passierbar machen. Experten schätzen, dass ohne Erweiterung in drei Jahren die Kapazitätsgrenze erreicht ist. Wegen der sozialen und ökologischen Folgen der Erweiterung ist das Projekt aber umstritten.

Das Land sieht sich jedoch unter Zugzwang, da andere Länder der Region schon angedeutet haben, sie könnten einen eigenen Kanal ausheben. Mexiko erwägt einen Durchstich am Isthmus von Tehuantepec. Derzeit werden etwa fünf Prozent aller weltweit gehandelten Waren durch den Panama-Kanal transportiert.

Durch die Erweiterung soll sich die Zahl der Container pro Schiff auf 12.000 verdreifachen. Viele Einwohner hoffen darauf, dass die Erweiterung dem Land Fortschritt und Wohlstand bringt. Durch den Bau allein würden 7000 neue Stellen geschaffen, zudem sollen 40.000 Jobs am Rande des Projekts entstehen.

(apa/red)

23.10.2006 10:07