Prodi fordert von Musliminnen "Vernunft": Schleier darf das Gesicht nicht verbergen
- Italiens Regierungschef will Traditionen respektieren
- Altkommunisten werfen Premier Oberflächlichkeit vor
Der italienische Regierungschef Romano Prodi hat die in Italien lebenden Musliminnen aufgefordert, nur solche Schleier zu tragen, die das Gesicht nicht verbergen. "Wenn Sie den Schleier tragen wollen, ist es in Ordnung, man muss Ihr Gesicht aber sehen können. Es geht nicht um Kleidung, sondern um Vernunft. Man darf sich nicht verbergen", sagte Prodi nach Angaben italienischer Medien.
Der italienische Ministerpräsident schaltet sich damit in die Debatte über den Schleier für muslimische Frauen ein, nachdem der britische Premierminister Tony Blair die Notwendigkeit hervorgehoben hatte, Integration mit dem Recht zu verbinden, den Schleier zu tragen.
Prodi betonte, er wolle muslimische Frauen nicht daran hindern, den Schleier zu tragen, die damit ihre Traditionen respektieren wollten. Es gehe jedoch um ein vernünftiges Verhalten in der italienischen Gesellschaft. Er betonte, dass ihm die Integration von Ausländern am Herzen liege. "Die Immigranten sind unsere Zukunft", betonte der Ministerpräsident.
Prodis Worte wurden von der rechtspopulistischen Oppositionspartei, Lega Nord, begrüßt. "Prodi hat die Musliminnen aufgefordert, auf ihre fundamentalistischen Positionen zu verzichten", sagte der Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Calderoli. Die Lega Nord fordert ein Verbot von Burkas in Italien. "Wir müssen die Verbreitung der Burkas bekämpfen, die nicht nur die Frauen unterdrücken, sondern auch ein Symbol des Todes sind", sagte ein Politiker der Lega Nord.
Die altkommunistische Rifondazione warf Prodi dagegen Oberflächlichkeit vor. Das Thema der Integration von Frauen in der westlichen Gesellschaft sei komplex und könne nicht mit einem Appell bagatellisiert werden. (apa/red)
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