Bulgaren müssen nächsten Sonntag erneut zur Wahl: Beteiligung lag klar unter 50%
- Präsident Parwanow mit rund 64% Zustimmung
- In Stichwahl nun gegen Rechtspopulisten Siderow
Nach seinem Sieg bei der ersten Runde der Präsidentenwahlen in Bulgarien sucht Amtsinhaber Parwanow offensichtlich verstärkt Unterstützung bei Protestwählern. Es habe sich viel Wut aufgestaut, viel Verzweiflung, "und wir begehen einen großen Fehler, wenn wir das übersehen", betonte er nach Bekanntwerden erster Ergebnisse. Bei der Stichwahl am Sonntag tritt er gegen Wolen Siderow an.
"Die Leute haben vieles in der Zeit des Umbruchs verloren, sie haben die Sicherheit verloren und wollen Gerechtigkeit. Das ist, was in unserer Gesellschaft fehlt", sagte der Präsident. Zuvor war bekannt geworden, dass er 64,03 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die Stichwahl ist trotz dieser absoluten Mehrheit nötig, weil nur 42,51 Prozent der Bürger ihre Stimme abgegeben hatten.
Das bulgarische Wahlgesetz verlangt allerdings, dass mehr als die Hälfte der 6,4 Millionen Wahlberechtigten zur Wahl geht. Auf den Zweitplatzierten Siderow, Chef der extrem nationalistischen Partei Ataka, entfielen laut der Zentralen Wahlkommission in Sofia 21,50 Prozent.
Eine direkte Diskussion mit seinem Herausforderer lehnte Parwanow ab. Dadurch würde er Siderows "arrogantes Benehmen" unterstützen, begründete dies das Staatsoberhaupt, das aus den Reihen der regierenden Sozialisten kommt. Parwanow erklärte sich im staatliche Fernsehen zum Wahlsieger und zeigte sich mit dem Wahlergebnis zufrieden.
Siderow selbst verwahrte sich dagegen, als bulgarischer Jörg Haider oder Le Pen tituliert zu werden. Seine Ziele und Ideen seien in Einklang mit der Europäischen Kommission, die wie er die Korruption in Bulgarien bekämpfen wolle, meinte der Chef von Ataka (Ansturm). Siderow dürfte nicht nur die Wähler der extremen Rechten, sondern auch der extremen Linken auf seine Seite gezogen haben, die EU- und NATO-skeptisch eingestellt sind.
(APA/red)
Italien07:08
Die Erde bebt weiterÜber 40 Nachbeben erschüttern in der Nacht die Region - Rom verspricht Hilfe.
Oberösterreich07:28
Mauthausen überflutetFeuerwehr im Großaufgebot nach schweren Unwettern - Donauuferbahn für Zug gesperrt
Deutsche Sklavin befreit07:24
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
