"American Dream hell und hoffnungsvoll": Bush erfreut über 300 Millionen Amerikaner
- Massive Zuwanderung sorgt für rasantes Wachstum
- Vor allem an Küsten wird Wachstum zum Problem
·USA: Erstmals mehr
'uneheliche' Haushalte
Immer weniger Ehepaare.
Wie reagiert nun Politik?
US-Präsident George W. Bush hat das Überschreiten der 300-Millionen-Einwohner-Marke der US-Bevölkerung begrüßt. "Unser anhaltendes Wachstum belegt die Dynamik unseres Landes", erklärte Bush am Tag, an dem nach Berechnungen der Statistiker die Zahl der US-Einwohner über die Zahl von 300 Millionen kletterte.
"Amerika beruht auf einer gemeinsamen Liebe der Freiheit und dem Glauben an die Würde und den einzigartigen Wert jedes menschlichen Wesens", fügte Bush hinzu. "Wir begrüßen diesen Meilenstein als einen weiteren Beweis, dass der 'American Dream' so hell und hoffnungsvoll wie immer bleibt."
1967 gab es den Statistiken zufolge in den USA 200 Millionen Einwohner, jetzt sind es 300 Millionen, im Jahr 2043 werden es voraussichtlich 400 Millionen sein.
Umweltschützer sehen die Entwicklung mit Sorge, denn immer mehr Amerikaner verbrauchen auch immer mehr Energie und natürliche Ressourcen. Vor allem, weil sich das Wachstum nicht in gewachsenen Siedlungsgebieten vollzieht, sondern die Ballungsräume immer weiter ausufern und zersiedelt werden. Große Häuser, große Grundstücke und ausgedehnte Einkaufszentren: Das ist der "American way of life". "Die USA sind ein Land von Vorstädten geworden", sagt die Direktorin des Zentrums für Umwelt und Bevölkerung, Vicky Markham. Die Zersiedelung erfordere mehr Kfz und mehr Fahrten.
"Das Muster des Bevölkerungswachstums ist wirklich das größte Problem", bestätigt Michael Replogle von der New Yorker Organisation Umweltverteidigung. Zwar sind die USA noch immer ein vergleichsweise dünn besiedeltes Land: Auf einer Quadratmeile (2,5 Quadratkilometern) leben 84 Menschen, in der Europäischen Union sind es 300 und in Japan fast 900. Aber mehr als die Hälfte der US-Amerikaner leben in küstennahen Gebieten - darunter die Regionen an der Golfküste und an den Großen Seen. Und viele Menschen ziehen aus den Metropolen in die Vorstädte oder sogar noch weiter ins Land hinein.
Die derzeit am schnellsten wachsende Stadt ist das kalifornische Elk Grove, ein Vorort von Sacramento. Der Ballungsraum mit den größten Zuwachsraten ist Riverside - dabei liegt es 80 Kilometer von Los Angeles entfernt. "Die Menschen in New York neigen dazu, ihre Stadt als urbanen Dschungel zu sehen, doch die Umweltbelastungen je Einwohner sind recht gering", sagt der Wissenschafter Carlos Restrepo von der Universität New York - geringer jedenfalls als die eines Amerikaners, der in einem großen Vorstadthaus wohnt und mehr als ein Auto benötigt.
Und so ist die Bevölkerungszahl seit 1967 zwar um die Hälfte gestiegen. Die Zahl der Fahrzeuge hat sich jedoch im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt, die der gefahrenen Kilometer gar verdreifacht. Zudem gibt es heute in den USA fast doppelt so viele Haushalte wie vor 39 Jahren, durchschnittlich leben nur noch 2,6 Amerikaner in jedem Haushalt (1967 waren es noch 3,3) und die Zahl der Single-Haushalte stieg von knapp 16 auf 27 Prozent.
"Wir heizen und kühlen mehr Raum, und die Wohnanlagen sind so verstreut wie nie zuvor", sagt Replogle. Und der Demograph William Frey von der Brooking Institutions meint: "Es ist nicht die Bevölkerung, sondern der Konsum, der uns reinreißt."
Einwanderung als Schlüssel zum Bevölkerungswachstum
Die Einwanderung - legale und illegale - trägt zu 40 Prozent zum Bevölkerungswachstum bei. Der 300-millionste Amerikaner könnte übrigens schon lange geboren sein, denn das Statistikamt geht in seinen Berechnungen von elf bis zwölf Millionen Menschen aus, die illegal in den USA leben. Viele Demographen halten diese Zahl jedoch für untertrieben.
"Bevölkerungs-Uhr"
Das US-Volkszählungsamt hat eine "Bevölkerungs-Uhr" ins Internet gestellt, die den aktuellen Stand der Einwohnerzahl anzeigt:
US Census Bureau
(apa/red)
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