Mittwoch, 18. Oktober 2006

"Am Ende kommt was anderes heraus": Haider rechnet nicht mit SPÖ-ÖVP-Regierung

  • Sieht nach Wahl "gestärkte Mitte-Rechts-Mehrheit"
  • Freiheitliche Lösung nach CDU/CSU-Vorbild möglich

Jörg Haider glaubt nicht, dass Österreich von einer Großen Koalition regiert werden wird. "Was am Ende herauskommt, wird was anderes sein", meinte er in einer österreichischen Tageszeitung. Seit dem 1. Oktober gebe es ja eine "gestärkte Mitte-Rechts-Mehrheit" macht Haider geltend.

Auf den Hinweis, dass sowohl ÖVP als auch FPÖ eine schwarz-blau-orange Zusammenarbeit ausschließen, meint Haider, die "rot-schwarzen Medien" würden nach der Großen Koalition rufen, "um über diese dann wieder zu jammern". Allerdings werde es für die SPÖ sehr schwer werden, eine solche Konstellation zu Stande zu bringen, "wo all ihre Wünsche einer grenzkommunistischen Umverteilung realisiert werden".

Innerhalb des freiheitlichen Lagers kann sich Haider laut "Kärntner Woche" eine Lösung nach dem deutschen CDU-CSU-Vorbild vorstellen. Die CDU habe "ja auch stark von der CSU profitiert" und "es könnten andere auch von uns profitieren". Die Frage, ob die FPÖ von einem Kärntner BZÖ profitieren könnte, beantwortete Haider mit "Klar". Das BZÖ habe jedenfalls das Gespräch zu Heinz-Christian Strache nie abgebrochen und auch niemanden ausgegrenzt.

FPÖ schließt schwarz-blau-orange Koalition aus
Als peinlich und lästig bezeichnet der FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky die Haiders Aussagen. Man habe nicht das geringste Interesse an einer Kooperation. "Jörg Haider hat alles und jeden verraten", so Vilimsky. Heute sei er eine tragische Figur, die nur noch an die Schalthebel der Macht drängt und dafür bereit ist, sein letztes politisches Hemd zu verkaufen. Vilimsky schließt ein CDU/CSU-Modell aus. Auch eine Regierung, an der Haiders BZÖ mit unserer Unterstützung beteiligt ist, werde es nicht geben.
(apa/red)

18.10.2006 13:17