"Kaspertheater" und "Medienpfurz": BZÖ spricht nächste Woche über "Prügel-Affäre"
- Deftiger Walch: Bodyguard "hat den Peter geschützt"
·BZÖ-Prügelaffäre bald vor dem Richter?
Westenthalers Bodyguard
droht bis zu ein Jahr Haft
·BZÖ-Prügelei: Haider sieht "Polit-Intrige"
Entscheidung zu Anzeige soll diese Woche fallen
Das BZÖ wird nächste Woche eine Vorstandssitzung abhalten, in der "alles besprochen wird, auch die Causa Westenthaler", erklärte Staatssekretär Eduard Mainoni. Über die stattgefundenen "internen Gespräche" habe er keine Information erhalten und könne dazu auch nichts sagen. "Ich warte alles ab: die geplante Vorstandssitzung, wo alles besprochen wird - auch die Causa Westenthaler".
Der oberösterreichische Abgeordnete Max Walch, der dem nächsten Nationalrat nicht mehr angehören wird, hat Westenthaler verteidigt. Auf Anfrage der APA sagte Walch, Westenthaler genieße sein "volles Vertrauen". Er sei "ein guter Spitzenkandidat" gewesen, der "alles versucht hat, die Vier-Prozent-Hürde" zu schaffen. Dass nun der Mohr seine Schuldigkeit getan habe und gehen könne, wies Walch zurück": Nein, wirklich nicht". Außerdem "wäre es mir auch nicht recht, dass einer, der nicht mehr im Parlament vertreten sein wird, von draußen drein redet".
Zur sogenannten Prügel-Affäre stellte Walch fest, dass es sich hier nur um ein "Kasperltheater" handle. Walch: "Das ist ein Medienpfurz. Das sollen die Gerichte entscheiden. Ich war nicht dabei. Ich glaube aber nicht, dass Westenthaler etwas damit zu tun gehabt hat. Wenn ich einen Leibwächter habe, und da kommt jemand auf mich zu und wird goschert, nimmt ihn natürlich der Leibwächter und sagt verschwind', auf deutsch gesagt. Er hat Peter geschützt". Dass seine Aussage darauf hindeute, dass Westenthaler vom Pressesprecher der aus dem BZÖ ausgetretenen Justizminister Karin Gastinger, Christoph Pöchinger, angegriffen worden sei, kommentierte Walch so: "Ich war nicht dabei. Ich weiß nicht, ob es ein Handgemenge gegeben hat. Westenthaler hat mein volles Vertrauen".
Der stellvertretende BZÖ-Chef Stefan Petzner hatte nach den jüngsten "internen Gesprächen" nur erklärt, dass es sich um "konstruktive Gespräche" über die "inhaltliche und strategische Ausrichtung" der Partei gehandelt habe. Zu den Ergebnissen wollte er nichts sagen. Ob es auch um die Zukunft von Parteichef Peter Westenthaler gegangen ist, blieb ebenfalls unbeantwortet.
Pöchinger verwundert über Walchs Aussagen zu Prügel-Affäre
Der Pressesprecher von Justizministerin Karin Gastinger, Christoph Pöchinger, zeigt sich verwundert über Aussagen des bisherigen oberösterreichischen BZÖ-Abgeordneten Max Walch zur Prügel-Affäre. Dieser hatte angedeutet, dass BZÖ-Chef Peter Westenthaler von seinem Leibwächter verteidigt worden wäre. Pöchinger: "Mich wundert, dass sich Westenthaler bedroht gefühlt hat. Nach eigenen Aussagen hat er ein fröhliches Fest mit Freunden gefeiert."
Ausführlicher wollte Pöchinger im Gespräch mit der APA die Aussagen Walchs nicht kommentieren. "Es reicht, dass die Zeugen sich zu Wort melden, die vor Ort waren", meinte er. Wie sich Walch den Einsatz von Leibwächtern vorstellt, sei außerdem seine Sache. Und weiter: "Nun sollen die Gerichte entscheiden, was der Wahrheit entspricht."
In der für die nächsten Tage angekündigten Vorstandssitzung des BZÖ soll die "Prügel-Affäre" keine Rolle spielen, meinte Pressesprecher Lukas Brucker. Er widerspricht damit Staatssekretär Eduard Mainoni, der gemeint hatte, die "Causa Westenthaler" werde dort sehr wohl Thema sein. Brucker: "Es gibt keine Prügel-Affäre und deswegen auch keine Sitzung dazu." Eine konstituierende Klubsitzung des BZÖ soll nach offiziellen Angaben stattfinden.
(apa/red)
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