Alfred Gusenbauer wieder auf russischem Boden: SP-Chef reist heute nach Moskau
- Teilnahme an Seminar über EU-Russland-Beziehung
- "Jugendsünde": 1983 russischen Boden geküsst

Seine erste Auslandsreise nach geschlagener Nationalratswahl führt SPÖ-Chef Gusenbauer ausgerechnet nach Moskau: Er reist heute in die russische Hauptstadt, um dort auf auf Einladung des Föderationsrates (zweite Parlamentskammer) an einem Seminar zum Thema "Eine neue Agenda für die Beziehungen zwischen Russland und der EU" teilzunehmen.
Zuvor - das Seminar beginnt morgen - will Gusenbauer in Moskau auch bilaterale Gespräche mit Regierungs- und Wirtschaftsvertretern führen. An den Terminen mit dem SPÖ-Chef sowie am Seminar werden Regierungsmitglieder wie Wirtschaftsminister Gref, der für Europa zuständige Vize-Außenminister Jakowenko sowie der Vorsitzende des Föderationsrates Mironow und der Präsident der Russischen Wirtschafts - und Industriekammer Shohin teilnehmen.
Themenschwerpunkte des vom 24. bis 26. Oktober dauernden Seminars sind laut SPÖ-Pressedienst die Beziehungen zwischen Russland und der EU sowie Infrastrukturentwicklung, Hochtechnologie, Bildung und humanitäre Projekte. Die Zielsetzung des workshops ist es, eine zentraleuropäische Initiative zur Intensivierung der Kooperation zwischen EU und Russland voranzutreiben.
Die Reise des möglicherweise nächsten österreichischen Bundeskanzlers in die russische Hauptstadt weist eine besondere Pikanterie auf: Vor mittlerweile mehr als 20 Jahren - im Jahr 1983 - reiste der damalige Verbandssekretär der Sozialistischen Jugend mit einer Delegation des Bundesjugendringes nach Moskau. Am Flughafen angekommen orientierte er sich an einem Brauch von Papst Johannes Paul II. - und küsste den Boden. Eine "Jugendsünde", die seit Gusenbauers Bestellung zum SPÖ-Vorsitzenden im Jahr 2000 vor allem in Wahlkampfzeiten vom politischen Gegner immer wieder gerne in Erinnerung gebracht wird.
(apa)
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