Wenn die Stimme streikt und krächzt:
Der große Hustenzuckerl-Test & das Fazit
- Das Aussehen ist wichtig, nicht nur der Geschmack!
- Kinder und Erwachsene bewerten unterschiedlich

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Wenn es kratzt im Hals, die Stimme streikt und krächzt oder Mitleid erregendes Husten die herbstliche Stille durchbricht, dann wird das Hustenzuckerl, das über den Sommer ein trauriges Dasein fristete, wieder ausgewickelt. Die APA hat verschiedene Produkte auf Geschmack, Größe und Lutschvergnügen getestet.
Getestet wurden Produkte sowohl aus dem Supermarkt, als auch aus Drogerie und Apotheke. Zehn Personen im Alter von fünf bis 59 Jahren haben sich der Herausforderung gestellt.
1. Dr. C. Soldan's Kinder Em-eukal
Das klassisch runde Kinderprodukt mit der "super optimalen" Konsistenz punktete besonders bei der fünfjährigen Testerin. Ihre Eltern konnten die Freude nicht ganz Teilen, das Kinderbonbon ist nicht nur voller Vitamine sondern auch zuckerhaltig. Den Erwachsenen war das "verstaubt"-aussehende Hustenbonbon trotz dezenter Schärfe zu süßlich. Die "ideale" Bonbongröße "täuscht besonderen Lutschkomfort vor", dieser werde aber durch die raue Oberfläche getrübt, meinte eine Kritikerin. (1,60 Euro/ 75 Gramm)
2. Hustinetten 7 Kräuter
Neben der für einen 35-jährigen Tester "Angst einflößenden Farbe", löste das grüne Bonbon einige kreative Assoziationen aus: "Schmeckt, wie wenn man in ein Sportgeschäft geht und tief einatmet", meinte eine 18-Jährige. Ein männlicher Tester fühlte sich in einen Tannenwald versetzt. "Schmeckt nach Gewürzschrank", urteilte ein 32-Jähriger "Vorlutscher". Das klassische Hustenzuckerl war einem Probanden zu "hantig" und den Meisten zu kantig im Mund. Die älteren Semester sagten, das Produkt sei "schwächer als früher". Die Fünfjährige lobte den Hustinetten-Bär mit "lecker". Zwei Testerinnen meinten zufrieden: "mal was anderes - ein lustiger Geschmack". Und, dass das Kräuterzuckerl nach längerem Lutschen besser werde. (1,49 Euro/ 75 Gramm)
3. Tussimont
Bei dem Apotheken-Produkt gingen die Meinungen auseinander. Ein Proband kam zum Schluss: "Das ist so grauslich, das muss helfen", während eine 44-Jährige Testerin ein "ganz besonders feines Gewürz" herausschmeckte und dem Bonbon eine "glatte Eins" verlieh. Die Kleinste assoziierte den Tussimont-Geschmack mit "Hühnerstall", lutschte aber tapfer bis zum bitteren Ende, während ein 29-Jähriger weniger Ausdauer bewies. Zuckerlexperten mittleren Alters lobten den "karamellig runden Geschmack". Ein "typisches Kräuterzuckerl", meinten die zwei ältesten Juroren (57 und 59 Jahre) nüchtern. Der Fruchtgummifan vergab Pluspunkte "für das Lutschvergnügen". (2,70 Euro/ 75 Gramm)
4. Schuster's Waldhonig mit Salbei
Das Apothekenzuckerl ist zu riesig für den kritischen Gaumen. Zwei Verkoster fühlten sich, als ob sie harzige Tannennadeln essen würden. Den Salbeigeschmack muss man mögen, bei der "batzigen" Honigfüllung kapitulierten drei Tester - ein pickiger Mund und die Erkenntnis dass dieses Produkt nach "gesund" schmeckt, blieben. (2,25 Euro/ 100 Gramm)
5. Ricola Kräuter Original
"Harmloser als von Ricola erwartet" (O-Ton eines zuerst misstrauischen Testers): Während die Hälfte der Versuchskaninchen das mittelgroße Bonbon erfrischte, war der anderen die Original Kräutermischung "ein bissl" zu scharf. Trotzdem bekam die Schweizer-Erfindung durchwegs gute Noten. (1,99 Euro/ 75 Gramm)
6. Kaiser Biomenthol
Das "extravagante", stark "mentholige" Zuckerl schmeckte laut Aussage mehrerer Gourmets nicht so intensiv wie Ricola. Wer allerdings kein Menthol mag sollte die Finger davon lassen - "zieht rauf bis in die Nase", so eine Vorkosterin. (1,29 Euro/ 90 Gramm)
7. Wick Plus C
Frisch, kühlend, leicht, fruchtig und säuerlich machte der Klassiker von Wick den meisten Testlutschern einfach Spaß. Ähnlichkeiten mit "Nimm 2" wurden erkannt, auch die Größe ist in Ordnung. Der Testsieger. (1, 29 Euro/ 75 Gramm)
8. Rachen Drachen von Wick
Wer es lieber weicher mag, sollte zu diesem Produkt greifen - für eine 19-jährige selbst ernannte "Fruchtgummiliebhaberin" war der Drachen einfach "traumhaft". Zwei Tester empfanden, den Gummidrop aber eher als kurzes Vergnügen und zweifelten an der Wirkung in so knapper Zeit. Der Geschmack wurde von "zu sauer" über "scharf" bis "sehr süßlich" bewertet. Auch dieses Kinder-Produkt enthält Zucker, was allgemein schlecht ankam. Trotzdem oder gerade deshalb war der pickigste Kandidat Favorit der jüngsten Testerin. (1,49 Euro/ 75 Gramm)
9. Kaiser Salbei mit Waldhonig
Das Supermarkt-Pendant zu "Schuster`s Salbei mit Honig" konnte wieder nur bei den Salbeifreunden punkten, für alle anderen ist das Gewürz nur "schwer zu ertragen". Wegen der Honigfüllung ist "Kaiser Salbei", laut Tester, eine Spur zu süß und wegen Übelkeitsgefahr nur in Maßen genießbar. Auch hier hätte eine kleinere Bonbongröße das Lutschvergnügen deutlich verbessert. (1,39 Euro/ 115 Gramm)
10. Egger Eibischteig
Verlierer des Tests war eindeutig das traditionelle Gummidrop. Bis auf die 44-Jährige "Profilutscherin", die das Eibischaroma in ihre Kindheit versetzte, waren viele über den Geschmack "entrüstet". Mit Adjektiven wie staubig, mehlig oder "unglaublich langweilig" bis "geschmacksleer" und "künstlich" ließen die Tester kein gutes Haar an dem Produkt. Auch das Aussehen wurde als unansprechend abgestempelt. (1,39 Euro/ 100 Gramm)
Fazit
Die Vorlieben bei Hustenzuckerl sind so unterschiedlich wie das große Angebot. Keines der Jurymitglieder litt während des Tests an Husten oder unter Halsschmerzen. Unter anderen Umständen wären eventuell mildere Urteile für die Zuckerln, die nicht nur schmecken, sondern auch helfen sollen, gefallen. Der Winter wird jedem die Gelegenheit geben, selbst sein persönliches Lieblingszuckerl zu finden. (apa/red)
