Gazprom startet Deutschland-Offensive: Schalke-Sponsor und RWE-Einstieg geplant
- Heftige Kritik seitens der deutschen Regierung
Der russische Energiekonzern Gazprom strebt nach Medienberichten Beteiligungen an deutschen Energieunternehmen an. Das Münchner Nachrichtenmagazin Magazin "Focus" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, der Konzern sei an einem Einstieg beim Stromkonzern RWE, dem Mischkonzern RAG und dem Oldenburger Versorger EWE interessiert.
Nach einem Bericht der Zeitung "Welt am Sonntag" will sich der weltgrößte Erdgasproduzent auch direkt an Stadtwerken beteiligen und daraus ein eigenes Vertriebsnetz in Deutschland knüpfen.
Auf ein verstärktes Deutschland-Interesse des Konzerns deutet auch der jüngst geschlossene Werbevertrag mit dem Fußballclub Schalke 04 hin: Von 2007 bis 2012 wird der Gas-Monopolist Hauptsponsor des Bundesligisten sein. Gazprom wird auf den Trikots und auch im Stadion werben. Ein Gazprom-Sprecher erklärte, Ziel des Konzerns sei es, die Markenbekanntheit in Deutschland und Europa weiter auszubauen.
Kritik an dem Unternehmen gab es aber am Wochenende aus den Reihen der deutschen Bundesregierung. So griff der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Regierung, Günter Nooke, Russland heftig an. Der Einstieg von Gazprom als Schalke-Sponsor diene "der Imagepflege eines undemokratischen Staates", so der CDU- Politiker im "Spiegel".
Bundeskanzlerin Merkel hatte bei jüngsten Treffen mit Russlands Präsident Putin Probleme bei der Menschenrechtslage in Russland kritisch angesprochen.
(apa/red)
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