Dienstag, 10. Oktober 2006

Statt 12% nur 4-6%: Haider setzt weiter auf Verkauf von Hypo-Landesanteilen

  • Geplante 12% hätten rund 300 Millionen € gebracht

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider setzt weiter auf einen Verkauf von Landesanteilen an der Hypo Group Alpe Adria (vormals Hypo Alpe-Adria-Bank). Er kann sich jetzt aber vorstellen, anstelle der geplanten zwölf in einer ersten Tranche nur vier bis sechs Prozent zu veräußern, um das Risiko von Kursschwankungen zu splitten.

Zwölf Prozent der Landesanteile brächten laut Schätzungen derzeit 300 Mio. Euro ein. Das Geld soll für die Rückzahlung der Wandelanleihe, die den Kärntner Zukunftsfonds speist, verwendet werden. SPÖ und ÖVP haben bisher einen Verkauf von Hypo-Anteilen vor dem geplanten Börsengang abgelehnt. Kommende Woche soll das Thema wieder auf die Tagesordnung einer Regierungssitzung kommen.

Laut Haider gebe es jetzt zum Verkauf der Anteile zwei Gutachten. Einen politischen Alleingang in dieser Frage werde er jedenfalls nicht machen.

Die Hypo Alpe Adria Group gehört zu 49,4 Prozent dem Land Kärnten, die Grazer Wechselseitige Versicherung (GraWe) hält 44,6 Prozent, 5 Prozent die Mitarbeiterstiftung. Nach der für diesen Herbst geplanten bevorstehenden Kapitalerhöhung, die dem Geldinstitut 250 Mio. Euro bringen soll, würden die Anteile des Landes und der GraWe nach Auskunft der Bank auf 44 bzw. 41 Prozent "verwässern", da beide nicht mitziehen.

Die Hypo Alpe Adria Group weist für 2005 eine Bilanzsumme von 24,23 Mrd. Euro aus. Das Betriebsergebnis lag bei 305 Mio. Für 2006 wird ein solches von 350 Mio. Euro erwartet.
(apa/red)

10.10.2006 09:04