Montag, 9. Oktober 2006

REWE Austria steigt bei ADEG ein: Gelder sollen ADEG-Kaufleuten den Rücken stärken

  • Kein Zusammenschluss nach dem Kartellrecht
  • Keine Freude: Kartellamt beobachtet Einstieg genau

REWE Austria steigt bei ADEG mit einer Minderheitsbeteiligung von 24,9 Prozent ein. Vor der Aufnahme einer Lieferbeziehung bedarf es noch der Abstimmung mit den Kartellbehörden. Mit dem Einstieg werde ADEG nachhaltig gestärkt und damit die selbstständigen ADEG Kaufleute, die seit 111 Jahren erfolgreich am österreichischen Handelsmarkt präsent sind, hieß es.

Mit diesem Schritt sei die Zukunft der heimischen Handelsorganisation für den selbstständigen Kaufmann gesichert. Andreas Poschner, Vorstand ADEG Handels AG: "Die Beteiligung der REWE Group Austria wäre für uns ein wesentlicher Schritt in eine gesicherte Zukunft. ADEG ist das österreichische Traditionsunternehmen der selbstständigen Kaufleute. REWE Group Austria hat die Bedeutung unserer Marke erkannt und ist für uns ein zuverlässiger Partner. Damit wäre der erfolgreiche Weiterbestand der ADEG im heimischen Lebensmittelhandel garantiert."

Die Bundeswettbewerbsbehörde wird den geplanten Einstieg von REWE Austria bei ADEG genau beobachten, sagte Chef der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), Walter Barfuß. Der reine Anteilserwerb dürfte kein anmeldepflichtiger Zusammenschluss nach österreichischem Kartellrecht sein, die von REWE und ADEG geplante gemeinsame Rahmenvereinbarung könnte jedoch eine kartellrechtswidrige Wettbewerbsbeschränkung bewirken, so Barfuß.

"Wir haben keine Freude damit, gerade in dieser Branche nicht, wo es bereits eine hohe Marktkonzentration gibt, und werden uns das ernstlich anschauen müssen", kommentierte Barfuß den geplanten Zusammenschluss.

(apa/red)

9.10.2006 13:36