Montag, 9. Oktober 2006

Billg kann auch teuer kommen: Makler warnen vor Supermarkt-Versicherungen

  • Fachverband: Wegfall der Beratung problematisch
  • ARAG wehrt sich: Kein Verkauf über Diskonter

Der Fachverband der Versicherungsmakler warnt vor dem Kauf von Rechtsschutzversicherungen über Lebensmitteldiskonter. Versicherungen seien beratungsintensive Produkte und hängen stark von den Lebensumständen der Kunden ab. Durch den Kauf von Versicherungen ohne zugehörige Beratung könne sich das Produkt im Bedarfsfall als unpassend erweisen.

Das Versicherungsunternehmen ARAG möchte nämlich künftig seine Rechtsschutzversicherungen über den Lebensmitteldiskonter Penny in Deutschland vertreiben. Nun warnen die Versicherungsmakler davor, diese Art des Billigvertriebes auch in Österreich umzusetzen.

"ARAG Rechtschutz versucht in Deutschland dem Kunden durch billiges Supermarkt-Ambiente vorzuspielen, dass seine Produkte günstig sind. Das Unternehmen nimmt leider gezielt in Kauf, dass Kunden unter falschen Voraussetzungen ihre Produkte kaufen", erklärte Gunther Riedlsperger, Bundesobmann der Versicherungsmakler Österreich.

ARAG Österreich: Kein Verkauf über Diskonter
Die ARAG Österreich wehrt sich gegen den indirekten Vorwurf, Rechtsschutzversicherungen über Lebensmitteldiskonter verkaufen zu wollen. ARAG Österreich vertreibe ihre Produkte fast ausschließlich über unabhängige Versicherungsmakler.

Die Produktpalette der ARAG Österreich beinhalte kein Produkt, das über den Supermarkt verkauft werden könnte. Vielmehr sei geplant, die Geschäftsbeziehung mit den unabhängigen Versicherungsmaklern weiter auszubauen.

(apa/red)

9.10.2006 13:01