12.10.2006 09:07

Es geschehen noch Wunder: Österreich
feiert 2:1-Sieg gegen EM-Partner Schweiz

  • Linz & Kuljic treffen für krisengeschütteltes ÖFB-Team
  • Erste Niederlage für die Eidgenossen seit elf Spielen

Österreich hat sich für die zuletzt schwachen Vorstellungen rehabilitiert. Das ÖFB-Team setzte sich am Innsbrucker Tivoli neu gegen den favorisierten EM-Partner Schweiz überraschend mit 2:1 (2:0) durch. Im siebenten Match der Teamchef-Ära zwei von Josef Hickersberger wurde von den Rot-Weiß-Roten endlich ansprechender Fußball gespielt und auch die Tore fehlten nicht.

Durch Roland Linz, der in der 24. Minute einen Foulelfer verwandelte, und durch seinen Sturm-Partner Sanel Kuljic, der in der 36. Minute einen Kopfball versenkte. Das 1:2 durch Streller (70.) tat nicht mehr weh.

Fünf Tage nach dem glücklichen 2:1 in Vaduz gegen Liechtenstein präsentierten sich die Österreicher in Innsbruck völlig ausgewechselt, setzten von der ersten Minute an auf Offensive, spielten wiederholt präzise und effektiv nach vorne und überstanden vor der Pause auch einige gefährliche Situationen der Schweizer nicht zuletzt dank Jürgen Macho im Tor auch etwas glücklich mit Bravour. Nach Seitenwechsel war die Legionärstruppe der Schweiz stärker, die Hausherren ließen aber nicht allzu viel zu.

Damit gewann das ÖFB-Team sein erstes Heimspiel seit dem 12. Oktober des Vorjahres, als in Wien Nordirland mit 2:0 bezwungen worden war und fügte den Eidgenossen gleichzeitig die erste Niederlage nach elf Spielen (das verlorene Elferschießen im Achtelfinale bei der WM gegen die Ukraine unberücksichtigt) zu. Obendrein kassierten die Schweizer durch den sicher verwandelten Linz-Elfer ihr erstes Tor nach 684 Minuten, der Chinese Dong war beim 1:4 der Asiaten in Zürich am 3. Juni in der 90. Minute erfolgreich gewesen.

Linz (2./knapp daneben und 5./ein Schritt zu spät) war der erste Protagonist in diesem Spiel. Dann waren die Schweizer (6./11.12.) drei Mal gefährlich, allerdings kam der letzte Pass nicht an. Die erste große Chance fand Linz nach Idealpass des diesmal auf der rechten Seite eingesetzten Ivanschitz vor, Benaglio rettete jedoch mit dem Fuß (13.).

Nur Zentimeter fehlten, als Kuljic nach einer Aufhauser-Flanke den Ball mit dem Kopf aufs Tor zirkelte (13.) und etwas mehr bei einem zweiten Versuch nach Ertl-Flanke (17.). Auch die "Fernbombe" von Aufhauser (18.) konnte sich sehen lassen. Dann waren wieder einmal die Schweizer am Zug, als nach einer Flanke von Degen Streller mit einem Kopfball Macho zu einer Glanzparade zwang (21.).

Ein sehenswerter Konter führte zum 1:0 für die Gastgeber. Fuchs bediente Kuljic, dieser spielte für Linz zur Mitte, der von Magnin etwas gezupft zu Boden ging. Der dänische Referee Svendsen entschied auf Elfer, den Linz in der 24. Minute mit seinem fünften Tor im 19. Länderspiel sicher verwandelte. Zwei Minuten später schien das 1:1 fast sicher, als Magnin Cabanas bediente, Macho aber dessen Direktschuss mit einer großartigen Parade parierte (26.). Das Tor fiel dann zehn Minuten später auf der anderen Seite. Prager spielte Ivanschitz an und dessen Maßflanke mit dem linken Fuß von der rechten Seite köpfelte der aktuelle Schweizer Liga-Schützenleader Kuljic (Müller kam zu spät) in seinem siebenten Länderspiel zu seinem zweiten Tor (36.).

Müller musste dann in der 39. Minute nach einem fairen Luftkampf mit Aufhauser verletzt (Schulterluxation) vom Feld. Nach der Pause fehlte dann auch der etwas angeschlagene Martin Stranzl, der mit Martin Hiden ein gutes Bollwerk gebildet hatte. Die erste Möglichkeit in Hälfte zwei hatten die Österreicher bei einem knappen Fehlschuss von Prager (47.). Dann übernahm aber die Schweizer Legionärstruppe (begonnen hatte sie komplett mit Auslandsprofis) mit einigen neuen Leuten das Kommando und hatte zwei gute Möglichkeiten zum 1:2. In der 50. Minute scheiterte Streller aus kurzer Distanz mit einer "Hundertprozentigen" an Macho, und in der 51. parierte der Torhüter einen tollen Volleyschuss von Yakin nach Fersler von Streller.

Dann waren wieder zwei Mal die Österreicher dran. Zunächst befand sich Kuljic nach einem schnell abgespielten Freistoß von Ivanschitz allein vor Coltorti, sein Schuss in die kurze Ecke war aber die schlechtere Lösung (63.). Weissenberger zielte wenig später etwas zu hoch (65.).

In der 70. Minute verkürzte die Schweiz dann auf 1:2: Panatta legte für Streller auf und dieser erzielte aus (knapper) Abseitsposition und kurzer Distanz das 1:2. Damit hatten die bemühten Gäste aber ihr Pulver auch schon wieder verschossen, auch wenn es noch das eine oder andere Mal im Strafraum brannte. Österreich hatte durch die eingewechselten Garics und Akagündüz (sah fast wie Torraub durch Coltorti aus) in der langen Nachspielzeit zwei Möglichkeiten auf das 3:1.


Österreich - Schweiz 2:1 (2:0)
Tivoli-Neu, 11.000 Zuschauer, SR Michael Svendsen (DÄN)

Tore:
1:0 (24.) Roland Linz (Foulelfer)
2:0 (36.) Sanel Kuljic
2:1 (70.) Marco Streller

Österreich: Macho - Ertl, Martin Hiden, Stranzl (46. Feldhofer), Fuchs - Ivanschitz, Aufhauser, Prager (84. Garics), Weissenberger (90. H. Eder) - Linz (61. Akagündüz), Kuljic (83. Leitgeb)

Schweiz: Benaglio (46. Coltorti) - Degen, Djourou, Müller (41. Grichting), Magnin (46. Spycher) - Gygax (69. Wicky), Cabanas, Vogel (46. Huggel), Barnetta - Streller, Lustrinelli (46. Hakan Yakin)

Gelbe Karten: Weissenberger, Feldhofer, Prager, Aufhauser bzw. Magnin, Degen, Cabanas

(apa/red)

12.10.2006 09:07
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