Dienstag, 10. Oktober 2006

Kein Herbst im Winter: Verletzter Ski-Star glaubt nicht an Comeback im Weltcup 06/07

  • Olympia-Slalom-Zweiter will kein Risiko eingehen
  • Nach Knieverletzung in Zukunft Tennis statt Fußball

Die Krise im Fußball-Nationalteam war auch im Lager der alpinen Ski-Stars ein heißes Thema. Während Hermann Maier, Benjamin Raich und Co. Zeit und Geduld für die rot-weiß-roten Kicker forderten, musste Reinfried Herbst im Rahmen der Präsentation der neuen Iglo-Werbespots immer wieder sein ganz persönliches und schmerzvolles fußballerisches Sommererlebnis erzählen. Ein Comeback im WM-Winter 2006/07 wäre für den am linken Knie lädierten 28-Jährigen "eine Überraschung".

Der Salzburger hatte sich am 21. Juli im Rahmen eines Benefiz-Fußballspiels in Zell am See das Kreuzband, das schon neun Jahre zuvor operiert worden war, gerissen und zudem Knorpel- sowie Meniskusverletzungen und einen Innenbandeinriss erlitten. Als unnötiges Risiko sah und sieht der begeisterte Fußballer seinen Einsatz auf dem grünen Rasen aber nicht. "Das hätte genauso gut beim Teamtraining passieren können, denn da spielen wir auch sehr oft und euphorisch Fußball." Die Verletzung war ohne Fremdeinwirkung passiert.

Nach erfolgreicher Therapie beim Team von Dr. Christian Fink steckt der Olympia-Slalom-Zweite 2006 derzeit im Grundlagentraining, vor allem Radfahren und Laufen stehen auf dem Programm. "Ich bin in der Zeit", meinte Herbst, der im Jänner erstmals auf Skiern stehen und eventuell im Februar ins Teamtraining einsteigen will. An den Weltcup-Start wird Herbst im Saisonfinale nur unter besonderen Umständen gehen. "Wenn ich voll fit und konkurrenzfähig bin. Das war nicht meine erste Verletzung. Und das Motto lautet: je mehr Verletzungen, umso weniger Risiko."

Die Beziehung zur Fußball-Kugel ist für Herbst, der früher sogar in der Salzburger Jugendauswahl stand, eine ganz spezielle. "Einmal stand ich sogar vor der Wahl: will ich Skifahrer oder Fußballer werden." Umso schwerer würde es dem Slalom-Spezialisten aus Unken fallen, wenn er in Zukunft bei ÖSV-internen Kickerln nur die Zuschauerrolle übernehmen müsste.

"Das wäre die Höchststrafe", so Herbst, der aber hinzufügte: "Vielleicht werd' ich das Fußballspielen während meiner aktiven Zeit lassen und stattdessen lieber Tennis spielen."

(apa/red)

10.10.2006 11:15