Sonntag, 15. Oktober 2006

"Es war ein sensationelles Turnier": BA-CA-Trophy nächstes Jahr mit Superstar Nadal?

  • 55.000 Zuseher: "Dritt- oder viertbeste Ergebnis"
  • Langsamer Belag könnte aber zu Absagen führen

Die 21. Auflage der BA-CA-Trophy in der Wiener Stadthalle war für die Organisatoren ein voller Erfolg: Erstmals seit 16 Jahren zwei Österreicher im Viertelfinale, alle Stars sind nicht nur gekommen, sondern waren auch lange im Bewerb und der Publikumszuspruch war mit rund 55.000 Zuschauern so gut wie schon lange nicht.

"Ich bin mit Superlativen normalerweise vorsichtig, aber es war ein sensationelles Turnier", freute sich Stadthallen-Direktor Peter Gruber am Sonntag. Sowohl das Feld, die gezeigten Leistungen und die Zuschauer waren außergewöhnlich, Gruber sprach von einer Woche, "in der alles gepasst hat".

55.000 Zuseher: "Dritt- oder viertbeste Ergebnis"
Bis Sonntagmittag waren 54.000 Karten verkauft, aus Erfahrung rechnete er mit weiteren 1.000 Tickets, die noch verkauft wurden. "Das ist etwa das dritt- oder viertbeste Ergebnis unserer Geschichte", erinnerte sich Leo-Günther Huemer, der seit den Anfängen des traditionellen Tennisturniers dabei ist. 11.000 Besucher mehr als 2005, das entspricht ungefähr einer 25-prozentigen Steigerung. 1996 waren beim Turniersieg von Boris Becker über 60.000 Menschen an den Vogelweidplatz gekommen.

Auch Turnierdirektor Peter Feigl, der sich am Vortag bei einem Doppel gegen Alex Antonitsch einen Bandscheibenvorfall zugezogen hat, ließ es sich nicht nehmen, trotzdem zur Bilanz-Pressekonferenz und zum Finale zu erscheinen. "Und wenn man mich heute hereintragen hätte müssen."

Die Begründung für den kleinen Zuschauer-Boom besteht für Feigl und Co. aus mehreren Komponenten: "Der erfolgreiche Daviscup, die ersten Turniererfolge von Jürgen Melzer und Tamira Paszek sowie unsere Stars. Es war eine Euphorie spürbar und es gab auch keine Absagen."

Ein Turnier, das nur schwer zu toppen sein wird. Denn mehr als fünf Top-Ten-Spieler wird man wohl kaum bekommen. "Es hat sich gezeigt, dass Andy Roddick ein Ticketseller ist. Unser Ziel ist es, dass wir ihn nächstes Jahr wieder holen. Bemühen werden wir uns auch um Rafael Nadal", so Feigl. Allerdings wird man sich nur einen der Beiden leisten können.

Definitiv ist auch, dass man den Opticourt-Belag schneller machen will. Roddick, Marcos Baghdatis und Jürgen Melzer hatten sich über den (zu) langsamen Untergrund beklagt, die zwei Top-Ten-Spieler hatten sogar ein künftiges Antreten davon abhängig gemacht, dass es in Wien "schneller" wird. "Ich habe es Andy und seinem Trainer in die Hand versprochen, dass wir nächstes Jahr etwas ändern werden", erzählte Huemer. Allerdings sind die Geschmäcker halt auch verschieden: Ivan Ljubicic lobte den Hardcourt ebenso wie schon vor drei Jahren ein Roger Federer.

Apropos Änderungen: Die wird es 2007 auf jeden Fall geben. Zehn Prozent mehr Preisgeld sind obligatorisch, außerdem war 2006 das letzte BA-CA-Finale, das auf drei Gewinnsätze gespielt wurde. Best-of-five gibt es künftig nur noch bei Grand Slams und im Daviscup. Außerdem wird ab 2007 immer das Doppel-Finale zuerst gespielt, dann der Einzeltitel vergeben.

Ob es auch schon das neue Round-Robin-System (8 Dreiergruppen mit den Top 2 im Achtelfinale oder 8 Vierergruppen mit dem jeweiligen Sieger im Viertelfinale) geben wird, lässt sich die Turnierleitung noch offen. Huemer: "Wir werden uns anschauen, wie das System ankommt." Eine kurzfristige Änderung werde möglich sein. (apa/red)

15.10.2006 14:44