Rallye ohne Überraschung: Grönholm sicherte sich in der Türkei überlegen 5. Sieg
- Austro-Stars Stohl & Aigner an 8. & 10. Rang
Der Finne Marcus Grönholm hat mit dem fünften Saisonsieg im 13. Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in der Türkei seine kleine Chance auf den dritten Titelgewinn nach 2000 und 2002 gewahrt. Mit seinem 23. Gesamtsieg reduzierte der 38-jährige Ford-Pilot seinen Rückstand in der WM von 35 auf 25 Punkte zum wegen eines Armbruchs pausierenden Spitzenreiter Sebastien Loeb aus Frankreich. Drei Saisonläufe stehen noch aus, wobei noch ungewiss ist, wann Loeb wieder ins Cockpit seines Citroen Xsara zurückkehren wird.
Grönholm verwies seinen Landsmann und Teamkollegen Mikko Hirvonen auf den zweiten Rang. Ford löste mit dem achten Doppelerfolg, dem ersten seit März 2004 in Mexiko, das Loeb-Team Kronos-Citroen an der Spitze der Marken-WM ab. Der Wiener Manfred Stohl musste mit Platz acht und einem WM-Punkt zufrieden sein, während sein norwegischer OMV-Teamkollege Henning Solberg im Peugeot 307 als Dritter erstmals aufs Podest fuhr. Der zweite Österreicher, Andreas Aigner vom Red Bull Skoda Team, wurde Zehnter.
"Natürlich freue ich mich über diesen Sieg, auch wenn er mir in der WM nur wenig weiterhilft", meinte Grönholm, der wie die anderen Piloten im WM-Lauf zwischen Kemer und Antalya auch unter dem Wetter-Chaos litt, das von extremen Regenfällen bis hin zu Schnee im Taurus-Gebirge reichte. "Die Bedingungen waren einfach unglaublich. So etwas habe ich noch nicht erlebt." Drei Prüfungen hatten am Freitag wegen Unbefahrbarkeit und aus Sicherheitsgründen sogar abgesagt werden müssen.
Stohl ist in der WM weiter Fünfter. "Wir haben alles versucht und sind am Sonntag auch richtig schnell gefahren. Den siebenten Platz habe ich nicht nur auf der letzten Sonderprüfung verloren. Auf jeden Fall ist es ein gewonnener Punkt und wir können erhobenen Hauptes aus der Türkei abreisen", lautete das Resümee des 34-jährigen Routiniers, der in den letzten drei Saison-Läufen aber "wieder absolute Top-Platzierungen" anpeilt. Kopfzerbrechen bereitet Stohl vor allem die Tatsache, das er auf nasser Piste derzeit von der Spitze sehr weit entfernt ist.
Sein Teamkollege Solberg hatte am Schlusstag eine Schrecksekunden zu überstehen, ehe er Freudentränen vergoss. Knapp zwei Kilometer vor Ende der vorletzten Sonderprüfung war plötzlich ein Leck in der Benzinleitung und die Bremsen versagten. "Ich dachte: 'Bitte nicht jetzt! Nicht schon wieder.' Ich habe in diesem Jahr schon so viel Pech gehabt", ließ der Norweger seine Gedanken Revue passieren.
Doch auf dem Weg zur letzten Prüfung schaffte es der OMV-Pilot selbst, den Schaden notdürftig zu beheben und wechselte die Bremskreise. Damit stand der Fahrt aufs Podest nichts mehr im Wege. "Als wir im Ziel waren, begann Cato (Co-Pilot Menkerud, Anm.) plötzlich zu heulen. Da konnte ich nicht anders und weinte mit", erklärte Solberg, der in der WM nun als Sechster zwei Punkte vor seinem prominenteren Bruder Petter (am Samstag wegen Lenkungsschaden ausgefallen), liegt.
Aigner freute sich über Platz zehn. "Wir, und damit meine ich das ganze Team, haben wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht", betonte der Steirer.
(APA/red)
