Dienstag, 10. Oktober 2006

"Habe immer noch Schmerzen": Baghdatis vor erstem Spiel in Wien wenig optimistisch

  • Keine Spur von Roddick-Freundin Paris Hilton in Wien
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Marcos Baghdatis erwartet für seinen ersten Auftritt bei der BA-CA-Trophy nicht viel. Genauer gesagt "gar nichts". Eine Schulterverletzung hatte den Australian-Open-Finalisten und Peking-Sieger dieses Jahres zuletzt zur Absage von zwei Turnieren gezwungen und auch sein Start in Wien stand auf der Kippe. "Ich habe erst am Freitag entschieden, dass ich komme. Ich habe mir gedacht, Wien ist nicht so weit, also probier' ich es", meinte Baghdatis.

Durchaus möglich also, dass sein spätabendliches Match heute in Wien auch schon sein letztes ist, auch wenn mit dem Spanier Ruben Ramirez Hidalgo keineswegs eine unbezwingbare Hürde auf die Nummer 4 des Turniers wartet.

"Habe immer noch ein bisschen Schmerzen"
Doch der stets lockere und sympathische Baghdatis besticht durch Ehrlichkeit. "Ich erwarte mir gar nichts, ich habe vor Wien zwei Wochen keinen Ball geschlagen und heute erstmals wieder serviert. Ich habe immer noch ein bisschen Schmerzen", bekannte der Weltranglisten-9.

Keine Spur von Paris Hilton in Wien
Einen Tag länger Zeit bis zu seinem ersten Match hatte Andy Roddick. Der US-Open-Finalist ist aus Washington angereist, in Begleitung seines Bruders und Trainers John. Von der viel zitierten Paris Hilton war weit und breit nichts zu sehen. "Ich freue mich auf das Wiener Turnier, ich habe schon sehr viel Gutes gehört", ließ Roddick artig verlauten.

Die neueste Weltrangliste machte die Turnierdirektoren Peter Feigl und Leo-Günther Huemer zusätzlich froh, denn in dieser rutschte auch Fernando Gonzalez als 10. im Entry-Ranking in die Top Ten. Damit spielt in dieser Woche die Hälfte der Top Ten am Vogelweidplatz, was in der 32-jährige Geschichte des Turniers einzigartig ist.

Dies garantiert für Dienstag, an dem alle Damen freien Eintritt haben, ein dichtes Programm: Nach dem ATP-Tour-Debüt des jungen Martin Fischer aus Vorarlberg gegen Tommy Haas trifft der als Nummer zwei gesetzte David Nalbandian auf seinen argentinischen Landsmann Juan Ignacio Chela, im 3. Match nach 14:00 Uhr spielt Stefan Koubek gegen Denis Gremelmayer (GER), danach kommt es zum Schlager zwischen Wien-Titelverteidiger Ivan Ljubicic und Kitzbühel-Sieger Agustin Calleri. Den Schlusspunkt auf dem Center Court setzen wie erwähnt Baghdatis und Hidalgo.

Zypriote könnte Gegner Koubeks werden
Baghdatis könnte im Achtelfinale der Gegner von Koubek sein. Wenn beide gewinnen. Doch Marcos, der mit Oliver Marach trainierte, wird wohl sehr von seiner lädierten Schulter abhängig sein. Sein legendäres Match gegen Andre Agassi vergangenen August bei den US Open, als er von Krämpfen geschüttelt im fünften Satz verlor, hat er sich übrigens nicht mehr angeschaut. "Ich schaue mir gar keine Matches von mir an. Ich will sie nicht sehen", überrascht Baghdatis. Ob er nicht aus seinen Fehlern lernen könne? "Ich mache keine Fehler", scherzt er.

Mit seiner erfrischenden Art spielt er mit den Journalistenfragen. Als er gefragt wird, warum seine Eltern nun doch nicht nach Wien gekommen sind, meint er: "Die mögen Wien nicht. Nein, ist nur ein Scherz." Vielleicht wollen sie auch gar nicht weg, weil ihnen ihr Sohn heuer ein Haus auf Zypern gekauft hat. Sein nächstes privates Ziel: "Ich möchte mir auch bald selbst ein Haus auf Zypern bauen." Die gute Nachricht für die weiblichen Fans: Herzensdame hat er derzeit keine mehr, mit seiner Freundin hat er vor kurzem Schluss gemacht. "Es ist mir einfach alles zu viel geworden, wir sind aber noch gute Freunde."

Groupies, die nun auf der Spielerparty auf ihn lauern wollen, warnt er: "Die können schon warten, aber ich werde nicht dort sein."

(apa/red)

10.10.2006 07:32