Sonntag, 15. Oktober 2006

Sexuelle Belästigung? Polizei empfiehlt Anklage gegen Israels Präsidenten Katzav!

  • Entscheidung liegt nun bei Generalstaatsanwaltschaft

Nach monatelangen Ermittlungen wegen sexueller Nötigung hat die israelische Polizei eine Anklage gegen Staatspräsident Mosche Katzav empfohlen. Die Entscheidung darüber liegt nun bei Generalstaatsanwalt Meni Masus. Katzav solle wegen Vergewaltigung vor Gericht gestellt werden, erklärten die Ermittler.

Im Zusammenhang mit von Katzav ausgesprochenen Begnadigungen gebe es zudem Gründe für eine Anklage wegen Vergehens im Amt und Täuschung sowie wegen illegalen Abhörens, hieß es. Weitere Ermittlungen zu den Vorwürfen der Behinderung der Polizeiarbeit und Zeugenbelästigung seien noch nicht abgeschlossen.

Sollte es zu Anklagen kommen, so wären es die schwersten Vorwürfe, wegen derer sich je ein hochrangiger israelischer Politiker vor Gericht verantworten müsste. Die Polizei stützt sich laut Medienberichten in ihrem Ermittlungsergebnis auf die Aussagen von fünf Frauen, die Katzav bezichtigen, sie sexuell belästigt zu haben. Auslöser der Ermittlungen waren diesbezügliche Vorwürfe einer ehemaligen Mitarbeiterin Katzavs.

Der Präsident war von der Polizei zu den Vorwürfen mehrfach befragt worden. Er hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Sollte Anklage gegen ihn erhoben werden, würde er wahrscheinlich von seinem Amt zurücktreten. (apa/red)

15.10.2006 20:41