Montag, 9. Oktober 2006

Deutscher Lotto-Rekordjackpot geknackt: 37 Millionen Euro für glücklichen Gewinner

  • Höchster Jackpot aller Zeiten löste Lotto-Boom aus
  • Spieler setzten insgesamt rund 143 Millionen Euro

Der größte je im deutschen Lotto ausgespielte Jackpot ist geknackt: 37,6 Millionen Euro gehen nach Westfalen, wie Elmar Bamfaste von Westlotto mitteilte. Es war aber unklar, ob es sich um einen Einzelgewinner oder eine Tippgemeinschaft handelte, da sich der Glückspilz noch nicht gemeldet hatte. "Unser Glücksbote steht Koffer bei Fuß und wartet", sagte Bamfaste.

Der Gewinner hat den Millionenregen mit minimalem Aufwand ausgelöst. "Auf dem Schein sind sechs Tippreihen angekreuzt und 9,50 Euro eingesetzt worden", berichtete der Lottosprecher. Zudem wurde der Tippschein schon vor zwei Wochen am 25. September abgegeben, damals war der Jackpot gerade auf 21 Millionen Euro gestiegen. "Der oder die Tipper haben für zwei Wochen gespielt", sagte Bamfaste. "Könnte auch sein, dass er oder sie im Urlaub sind." Gewinner haben 13 Wochen Zeit, um sich zu melden.

Zudem hat Fortuna am Wochenende über weiteren zwölf Spielern große Beträge aus ihrem Füllhorn ausgeschüttet. Zwei Baden-Württemberger knackten den mit mehr als vier Millionen Euro gefüllten Jackpot beim Spiel 77 und kassieren jeweils 2,37 Millionen Euro. Bei 6 aus 49 gab es außerdem zehn Mal sechs Richtige. Die Gewinner, zwei Baden-Württemberger und zwei Bayern sowie jeweils einer aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, teilen sich die Gewinnsumme der zweiten Klasse und erhalten je 590.000 Euro.

Die Jagd auf den Rekord-Jackpot bescherte dem Lottoblock die höchsten Einnahmen seit der Euro-Einführung und die zweithöchsten überhaupt. 148,3 Millionen Euro setzten die Spieler zur Samstagsziehung ein. Das waren 55 Prozent mehr als noch eine Woche zuvor, damals waren bereits 27 Millionen Euro im Topf. Wegen des hohen Einsatzes hatte sich der Jackpot dieses Samstags gegenüber der Prognose von 35 Millionen Euro nochmals um 2,6 Millionen Euro erhöht.

Doch obwohl bundesweit 197,7 Millionen Tippreihen angekreuzt wurden, vereinte nur ein Schein die nahe bei einander liegenden Glückszahlen 28, 30, 31, 34, 41 und 48 mit der Superzahl 4. "Es heißt ja immer, die Wahrscheinlichkeit für den Jackpot liege bei eins zu 140 Millionen", sagte Kerstin Lehmann von Lotto Brandenburg lachend. "Dann musste ja diesmal einer dabei sein."

Nur einmal in der 51-jährigen deutschen Lottogeschichte hatten die Einnahmen noch höher als an diesem Wochenende gelegen. 1994 setzten die Spieler umgerechnet 176,6 Millionen Euro ein, um einen Gewinntopf mit umgerechnet 21,6 Millionen Euro zu knacken.

Der Rekord-Jackpot hatte sich über Wochen aufgebaut, da es seit dem 30. August keinen Gewinner in der höchsten Gewinnklasse gegeben hatte. Erst in der zwölften Ziehung wurde er geknackt. Hätte bis zur 15. Ziehung am 18. Oktober niemand die erste Gewinnklasse mit sechs Richtigen plus Superzahl erreicht, wäre der Topf der zweiten Gewinnklasse mit sechs Richtigen zugeschlagen worden.

Allerdings wollen die Bundesländer zur Sicherung des staatlichen Wettmonopols offenbar das Lotteriewesen erheblich einschränken. "Spiegel" und "Bild am Sonntag" berichteten unter Berufung auf den Entwurf einer Novelle des "Staatsvertrags zum Glücksspielwesen" von strengen Auflagen zur Eindämmung von Spielsucht, die unter anderem auch die Jackpots beschränken sollen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im März das staatliche Glücksspielmonopol in seiner bisherigen Form für rechtswidrig erklärt und einen Erhalt mit strengen Auflagen verknüpft.

(apa/red)

9.10.2006 12:50