Donnerstag, 12. Oktober 2006

Gemischte Gefühle vor Rückzug aus Politik:
Khol verabschiedet sich am 30. Oktober

  • NR-Präsident nahm Wahlergebnis für VP "persönlich"
  • Keine Alternativen zur Großen Koalition angedacht

Nationalratspräsident Khol verabschiedet sich bei der konstituierenden Sitzung des neuen Nationalrats am 30. Oktober aus dem Hohen Haus. Nach der Wahl seiner Nachfolgerin - designiert ist die bisherige Zweite Präsidentin Prammer - wird er seine Abschiedsrede halten und anschließend dem Parlament den Rücken kehren, wie der VP-Seniorenbundobmann mitteilte.

Seine Gefühle beim Abschied sind gemischt. Einerseits falle es ihm nach 23 Jahren im Parlament schwer zu gehen, sei das Hohe Haus doch zu einem Haus seines Lebens geworden, andererseits sei er froh, aus dem Hamsterrad der vielen Termine hinauszukommen, meinte Khol. Immerhin als Chef des Seniorenbunds bleibt er der ÖVP - auch im Parteivorstand - erhalten. In dieser Funktion wolle er mit SP- Seniorenchef Blecha eine überparteiliche Interessensvertretung für ältere Menschen betreiben.

Als Grund für seinen Abschied gab Khol an, dass man gehen solle, wenn es am Schönsten sei. Und für ihn sei der Posten des Nationalratspräsidenten der Schönste, den es in Österreich gebe. Zusätzlich habe er sich für die Wahlniederlage der ÖVP mitverantwortlich gefühlt, habe man doch gerade im Seniorenbereich das Ergebnis von 2002 nicht wiederholen können: "Das nehme ich persönlich."

Zur großen Koalition hielt der Nationalratspräsident fest, dass deren Zustandekommen davon abhänge, ob man sich auf große gemeinsame Projekte einige sowie ob die Handschlagqualität zwischen den Verhandlungsführern stimme. Andere Alternativen als eine Zusammenarbeit mit der SPÖ seien von Seiten der ÖVP weder andiskutiert noch angedacht worden, erklärte der Präsident.

(apa/red)

12.10.2006 12:42