Görg gegen Große Koalition: Wiener Ex-ÖVP-Chef wünscht sich Gang in Opposition
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Der ehemalige Wiener ÖVP-Obmann Bernhard Görg spricht sich gegen eine Große Koalition von SPÖ und ÖVP aus, sieht aber keine Alternative dazu. Er selbst würde am liebsten "viele Messen dafür lesen lassen", dass sich Rot-Grün nach der Wahlkartenauszählung doch noch ausgeht, witzelte er im Gespräch mit der APA: "Das ist die Garantie dafür, dass wir das nächste Mal wieder Nummer 1 sind."
Görg ortet schlechte Voraussetzungen für ein Zusammengehen der beiden Großparteien. "Jede Große Koalition hat einen genetischen Defekt, nämlich dass der Juniorpartner sich von der Nummer 1 immer um diese Rolle betrogen fühlt und nichts anderes im Sinn hat, als die Nummer 1 vom Thron zu stoßen", meinte er.
Das Zusammengehen in Wien von 1996 bis 2001, als die SPÖ die absolute Mehrheit verlor hatte und die ÖVP Juniorpartner einer Koalition mit Görg als Vizebürgermeister war, nahm er explizit von seiner Kritik aus: "Die Rollen waren anders verteilt. Wir haben nicht einmal darüber nachgedacht, der SPÖ den Bürgermeister abzujagen."
Derzeit deute alles darauf hin, dass es auf Bundesebene zu einer "Großen Koalition der schlechten alten Art" kommen werde. Eine Alternative dazu sehe er nicht, und immerhin sei die Große Koalition auch kein Unglück für das Land, meinte Görg. Was jedoch fehle, sei ein Mindestmaß an jenem "Freudefaktor", den er für eine Zusammenarbeit für notwendig erachte.
Aus ÖVP-Sicht wäre eine Gang in die Opposition derzeit die bessere Variante, gab er sich überzeugt. Eine Koalition seiner Partei mit FPÖ und BZÖ schloss er aus: "Wir haben unsere Ansprüche an den Vizekanzler ohnehin bereits gesenkt." Dies für FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache noch weiter zu tun, sei aus seiner Sicht nicht möglich.
(apa/red)
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