Weiter abgängig: Suche nach vermisstem Italiener in Kärnten wird fortgesetzt
- Pensionierter Anwalt Opfer eines Verbrechens?
- Auch Spürhunde im Einsatz bei Suche nach Mann
Immer geringer wird die Hoffnung, einen seit mehr als einer Woche in Kärnten vermissten und herzkranken Italiener noch lebend zu finden. Der pensionierte Rechtsanwalt Enzo Mascherin (69) aus Spilimbergo in der Provinz Udine war am Samstag, dem 7. Oktober zum letzten Mal in Villach gesehen worden. Es wird befürchtet, dass er Opfer eines Raubüberfalles geworden ist, da er viel Geld bei sich gehabt hatte.
Die Ermittlungen der österreichischen und italienischen Polizei ergaben, dass Mascherin am Freitag von der familieneigenen Villa in Tarvis nach Villach gekommen war, um dort möglicherweise eine Immobilie zu kaufen. Zeugen wollen gesehen haben, dass er in einem Kuvert einen großen Geldbetrag bei sich hatte. Längere Zeit hielt er sich in einer Pizzeria in der Klagenfurter Straße auf.
In der Nacht auf Samstag erstattete der 69-Jährige dann in der Polizeiinspektion Hauptplatz Anzeige wegen Betrugsverdachts. Mascherin soll dabei verwirrt gewirkt haben. Die Beamten gingen mit dem Anzeiger zurück in die Klagenfurter Straße, um seine Angaben zu überprüfen. Mit ziemlicher Sicherheit wurde der Vater von vier Töchtern Samstag früh in einem Cafe beim Hauptbahnhof gesehen, angeblich soll er Montag Mittag noch einmal dort gewesen sein. Dann verliert sich seine Spur.
Das Auto des Rechtsanwalts wurde einige Tage später von einer Polizeistreife beim Gymnasium in der Peraustraße entdeckt. Auch die Brieftasche des pensionierten Anwalts mit dem Führerschein und anderen Dokumenten wurde auf der Straße gefunden. Geld befand sich nicht darin, auch das ominöse Kuvert ist verschwunden.
Eine Tochter des Abgängigen war inzwischen in Villach, um ihren kranken und zeitweise verwirrten Vater zu suchen. Sie befragte Passanten und hängte auf öffentlichen Plätzen Suchmeldungen auf. Nach zwei Tagen kehrte sie ohne Resultat zurück. Sie und ihre Familie befürchten, dass Kriminelle den Zustand des 69-Jährigen ausgenutzt haben. Zuletzt hat die Kärntner Polizei die Familie Mascherin in Spilimbergo, rund 25 Kilometer vor Udine, um Kleidungsstücke des Vermissten gebeten. Es sollen jetzt nämlich auch Spürhunde zum Einsatz kommen.
Der 1,76 Meter große Enzo Mascherin hat überwiegend weiße Haare und einen Vollbart. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er eine blaue Jacke, ein weißes Hemd und eine dunkelgrüne Hose. Der herzkranke Italiener muss regelmäßig Medikamente zu sich nehmen.
(apa/red)
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