Dreister Banküberfall in Wien: Räuber gaben sich als "Geld-Transporteure" aus
- Flucht geglückt: Motorrad wenig später gefunden
- 59. Überfall seit Jahresbeginn auf Wiener Bank
Als Fahrer eines Geldtransporters verkleidet hat ein brutales Räuber-Duo eine Bank im Wiener Bezirk Brigittenau heimgesucht. Die Männer erbeuteten eine "relativ hohe Summe" Bargeld und flüchteten mit einem gestohlenen Motorrad, sagte Major Gerhard Winkler von der KD1. Die Kawasaki fand die Polizei später im selben Bezirk. Stundenlang wurde eine Wohnhausanlage durchsucht - ohne Erfolg. Bei der Anzahl an Banküberfällen befindet sich die Bundeshauptstadt im Jahr 2006 damit weiter auf Rekordkurs.
Einer der vermeintlichen "Sicherheitsbeamten" bedrohte mit einer Pumpgun Kunden und Angestellte und "sicherte" den Eingangsbereich. Sein Komplize sprang über das Pult und traktierte einen Mitarbeiter an Rücken und Nacken mit einem Elektroschocker, sagte der Ermittler. Kurz darauf ließ er wieder von dem Mann ab, bedrohte den Kassier mit einer Faustfeuerwaffe und bediente sich schließlich selbst an dem Bargeld. Die Beute stopfte er in eine blaue Umhängetasche.
Der Bank-Angestellte erlitt bei dem Angriff mit dem Elektroschocker leichte Verletzungen. Womöglich aus Angst, der Mann könne ein Telefongespräch führen, dürfte der Täter auf ihn losgegangen sein, vermutete der Kriminalist. Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich unter anderem zehn Angestellte in dem Geldinstitut.
Nach dem Überfall fand die Exekutive das schwarze Flucht-Fahrzeug vom Typ Kawasaki ZXR auf einem Parkdeck beim Adolf Schärf-Studentenheim an der Brigittenauer Lände 224. Eine angrenzende Wohnhausanlage in der Forsthausgasse 16-18 wurde stundenlang mit etlichen Beamten akribisch durchsucht, "weil wir davon ausgegangen sind, dass sich sich dort verschanzt haben", erklärte der Ermittler. Auch eine Baseballkappe und ein Motorradhelm, die die Täter benutzt haben dürften, wurden in der Nähe gefunden.
Das Duo sah Sicherheitsbeamten ähnlich: Die Männer trugen Jacken und Baseballkappen mit der Aufschrift "Security". Beiden war zudem "stilecht" mit Krawatte und Hemd bekleidet - vermutlich, damit man sie nicht sofort als Kriminelle erkennt, meinte der Major.
Auf den Bildern der Überwachungskamera sind die Täter als zwischen 20 und 40 Jahre alte, etwa 1,80 Meter große Männer zu erkennen. Einer der beiden ist schlank mit langen, zu einem Zopf zusammengebunden Haaren. Dabei könne es sich laut Polizei jedoch um eine Perücke handeln. Sein Komplize soll von kräftigerer Statur sein mit kurzen Haaren. Er trug zudem eine Brille und eine Bauchumhängetasche im Military-Look, teilte die Exekutive mit.
Die rekordverdächtige Serie an Delikten in Wiener Banken setzte sich mit dem heutigen Raub weiter fort: Seit 1. Jänner wurden 59 Geldinstitute in der Bundeshauptstadt zum Schauplatz eines Überfalls. Der Rekord von 2004 liegt bei 67 Banküberfällen in einem Jahr. (apa/red)
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