Fertigstellung kommt 2011: Hauptbahnhof Wien besteht die Wirtschaftlichkeitsprüfung
- Kosten für ÖBB liegen bei über 600 Millionen Euro
- Wird Südbahnhof für ein bis zwei Jahre geschlossen?
·INFO-GRAFIK
Auf einen Blick: Geplanter
Wiener Zentralbahnhof
Der geplante neue Hauptbahnhof Wien hat die Wirtschaftlichkeitsprüfung in den ÖBB bestanden. Die gesamtwirtschaftliche Berechnung für das Mammutprojekt am Areal des bisherigen Südbahnhofs sei positiv ausgefallen, hieß es aus Bahnkreisen. Eine groß angelegte Sonderaufsichtsratssitzung bei den ÖBB soll am Donnerstag endgültig "Grünes Licht" geben. An ihrem Ziel, der Teil-Inbetriebnahme bis 2011, halten die Bundesbahnen in dem erhofften Beschluss fest.
Die Kosten liegen bei den ÖBB nach derzeitigen Schätzungen bei über 600 Mio. Euro. Die Stadt Wien soll zusätzlich "mindestens 128 Mio. Euro" dazuzahlen. Einsparungen ergeben sich für die ÖBB schon alleine daraus, dass die bisherigen zwei Kopfbahnhöfe West- und Südbahnhof mit dem neuen Gebäude zusammengefasst werden. Auch eine demnächst notwendige Erneuerung des Südbahnhofs hätte große Summen verschlungen.
Außerdem sollen am neuen Areal des Hauptbahnhofs vor allem Immobilienerlöse für zusätzliche Einnahmen sorgen. Geplant sind ein Shopping-Center - von dem die ÖBB immer noch hoffen, dass es mehr als die in der Flächenwidmung vorgesehenen 20.000 Quadratmeter haben wird - sowie daneben auch Hochhäuser mit 5.000 Wohnungen und 500.000 Quadratmeter Bürofläche. Rechnet man die Investitionen der beteiligten Bau- und Immobilienfirmen dazu, kommt man auf über 3 Mrd. Euro.
Ein Sprecher der ÖBB wollte Wirtschaftlichkeitsberechnungen unter Verweis auf die kommende Aufsichtsratssitzung nicht kommentieren. Das Projekt sei aber ein "Meilenstein in der Bahninfrastruktur", die erstmals seit 170 Jahren wieder eine Verbindung Süd-, Ost- und Westbahn herstellen werde.
Erste Etappe: Umbau des Südtiroler Platzes
Starten sollen die Arbeiten mit dem Umbau der Schnellbahn-U-Bahn-Statition "Südtiroler Platz" schon im kommenden Jahr. Geht es nach den ÖBB, soll dafür im Jänner die Ausschreibung erfolgen. Schon im Sommer 2007 könnte dann die Schnellbahn vorübergehend gesperrt werden. Sollte sich das nicht ausgehen, müsste man den Baustart auf Sommer 2008 verschieben, was dann auch den Bau des eigentlichen Bahnhofs beeinträchtigen würde, der 2009 beginnen soll.
In den ÖBB drückt man deshalb jetzt aufs Tempo. Nun sollen entsprechende Finanzierungsvereinbarungen mit der Stadt Wien über den Umbau der Station "Südtiroler Platz" endgültig fixiert werden. Durch den erhofften Aufsichtsrats-Beschluss am Donnerstag sollen sowohl die Kontrollorgane der ÖBB-Holding, als auch jene sämtlicher Teilgesellschaften ihr Grundbekenntnis ablegen.
Südbahnhof für ein bis zwei Jahre geschlossen?
Der Beschluss ist notwendig, weil nicht nur der ÖBB-Bau, sondern auch Personen- und Güterverkehr von den Umbauten betroffen sein werden. Laut einem Bericht des "Standard" soll der Südbahnhof für ein bis zwei Jahre geschlossen und für Reisende aus Graz vorübergehend in Meidling Endstation sein. Deshalb müssen etwa auch die Verträge mit den Verkehrsverbünden der Länder umverhandelt werden.
Entschieden wird auch die endgültige Bauvariante: Offen ist dabei noch, ob die ÖBB große Gelände im Bereich Laxenburger Straße räumen und Werkstätten in den Bereich Matzleinsdorfer Platz übersiedeln oder die Betriebsgebäude in der Laxenburger Straße behalten. Wie der neue Bahnhof selbst und der neue Gleisverlauf aussehen wird, steht dagegen praktisch fest. Nur wie das Dach über dem neuen Bahnhof aussehen wird, weiß man noch nicht. Darüber sollen die Architekten entscheiden. Ob es einen Architekturwettbewerb geben wird, ist noch unklar.
(apa/red)
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