Dienstag, 3. Oktober 2006

Im Alter verreisen die Menschen länger:
Berichtergebnisse über "Tourismus-Trends"

  • Trend hin zu mehreren kürzeren Reisen im Jahr
  • Neue Märkte China, Indien, Russland verändern Lage

Der globale Tourismusmarkt hat in den vergangenen Jahren dramatische Veränderungen gesehen. Die meisten dieser Veränderungen hängen von externen Faktoren wie etwa der Wirtschaft und der politischen Situation, aber auch von demografischen Veränderungen und Änderungen im Lifestyle ab. Zu diesem Schluss kommt der jüngste Bericht "Tourism Trends For Europe" von der European Travel Commission ETC, der jetzt vorgestellt wurde.

"Eine der kritischsten Entwicklungen ist die Überalterung der Gesellschaft in den bisherigen Schlüsselmärkten. Dies wird zu großen Änderungen in der gesamten Tourismus- und Reiseindustrie führen", meint ETC-Direktor Rob Franklin. Ähnlich dramatisch sei das Aufkommen von neuen Märkten wie etwa Russland, Indien und China, die neue Herausforderungen für Europa bieten werde. "Zu großen Veränderungen in der gesamten Reisebranche hat bereits jetzt das Internet-Booking geführt." Der Erfolg für Billigfluglinien sei darauf zurückzuführen. Umgekehrt müsse die Branche mit Änderungen im Marketing und Communication-Sektor rechnen. "Was immer diese Trends bedeuten, ETC geht davon aus, dass es große Hoffnungen für die neuen Mitgliedstaaten gibt", so Franklin.

Für immer jung
Die externen Änderungen betreffen einerseits die Veränderungen der demografischen Figuren: In Großbritannien wird das Pensionsalter bis 2050 auf 68 Jahre angehoben, auch in Deutschland wird es in naher Zukunft auf 67 Jahre ansteigen. Dadurch werde es zu einer Verschiebung der Altersgruppen kommen. Umgekehrt werden die Menschen generell älter, bleiben länger gesund und fit. Die Altersgruppe zwischen 50 und 60 wird als Gruppe des mittleren Alters gerechnet. Der zweite große Markt mit etwa 20 Prozent Anteil ist die Gruppe von 16 bis 35. Auch hier ergeben sich große Wachstumschancen. Weltweit rechnen Experten damit, dass es zu einem Anstieg der Freizeit kommen werde. In Europa geht der Trend hin zu mehreren kürzeren Reisen im Jahr.

Der Klimawandel
Zu den größten externen Bedrohungen im europäischen Tourismus zählt die globale Erwärmung. Die Experten befürchten, dass viele der bisher beliebten Destinationen durch Klimaänderungen nicht mehr als Reiseziele in Frage kommen. Das gelte einerseits für Ziele, die aufgrund spezifischer Naturschönheiten beliebt waren, aber auch Küstenabschnitte und flachliegende Städte oder Siedlungen. Die globale Erwärmung wird den ökonomischen Druck auf betroffene Regionen ausdehnen, da für die Instandhaltung der Umwelt und Natur die Kosten deutlich nach oben gehen werden. In diesem Zusammenhang sehen die Experten einen starken wirtschaftlichen Aufschwung für Eco-Tourismus und naturnahen Tourismus. Informationen über die Nachhaltigkeit könnten diesen Trend noch verstärken.

Tourismus bereichert
"Der wesentliche Grund für die Erstellung dieses Dokuments ist eine Darstellung der wesentlichen Änderungen im Tourismus, der vor allem auch der Industrie zeigen soll, wo Akzente zu setzen sind", so Franklin. Diese Änderungen, die zum Teil bereits heute greifen, werden die Reise- und Tourismusbranche in den kommenden fünf bis zehn Jahren wesentlich beeinflussen. "Eines ist und bleibt allerdings klar und deutlich: Tourismus bereichert - und das gilt nicht nur für Reisende und Touristen, sondern auch für jene die besucht werden", erklärt Franklin abschließend. (pte)

Quelle: Pressetext

3.10.2006 15:26