Wien - der neue Hotspot für Luxushotels:
700 zusätzliche 5-Sternezimmer in 5 Jahren
- Wien wird durch Kongress- & Städtetouristen attraktiv
- FORMAT: Top-Standorte sind begehrt aber sehr teuer

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Wien dürfte in Kürze das am heißesten umkämpfte Pflaster der internationalen Luxushotellerie werden. Erst am Montag legte Scheich Mohamed al-Jaber, Boss der Hotelkette JJW Hotels & Resorts, den Grundstein für eine neue Nobelbleibe am Kärntner Ring, Passender Name: "The Ring".
Schon im Herbst 2007 soll die elitäre Herberge, in die dreißig Millionen Euro investiert werden, ihre Pforten öffnen. Dann wird sie betuchten Wien-Besuchern unter anderem eine 119 Quadratmeter große Suite um die Kleinigkeit von 1.250 Euro pro Nacht anbieten - ohne Frühstück.
Der Luxus zieht ein
Doch al-Jabers JJW-Gruppe dürfte nicht lange allein im Fokus der Aufmerksamkeit von Nobel-Touristen stehen. In den kommenden Jahren wird neben "The Ring" eine Flut an weiteren Luxushotels über Wien hereinbrechen. Unter den internationalen Ketten, die die Stadt ins Visier genommen haben, befinden sich so schillernde Namen wie Ritz-Carlton, Four Seasons, Kempinski oder Sofitel.
Hotelketten drängen nach Wien
"Allein wir betreuen derzeit vier namhafte Ketten, die nach Wien drängen", erzählt Michael Kövesi, Boss der Immobilien-und Tourismusabteilung des Consulters Deloitte Österreich. "Deshalb erwarte ich, dass die Zahl der Zimmer im Fünfsternebereich in den nächsten fünf Jahren um 700 steigen wird." Derzeit bietet Wien rund 3.200 Zimmer in dieser Kategorie.
Standort gesucht!
Hans-Michael Leise, Österreich-Chef der aus Frankreich stammenden Hotelgruppe Accor, bestätigt, dass er für die Luxusmarke Sofitel in Wien einen Standort sucht: "Wir warten auf die beste Gelegenheit, die sich bietet." Auch die kanadische Four-Seasons-Gruppe hält Ausschau nach einer geeigneten Immobilie. Sprecherin Carmen Stromberger: "Four Seasons würde in der Tat gerne ein Hotel in Wien eröffnen. Noch ist nichts konkret, aber man hört sich um und hofft, dass man etwas Geeignetes finden wird."
Wien als Touristenmagnet
Dass ausgerechnet Wien als Standort heiß begehrt ist, hat mehrere Gründe. Zum einen zieht die Stadt massenhaft Kongresstouristen an. Im nächsten Jahr lockt etwa der Kardiologenkongress mehr als 30.000 kaufkräftige Fachgäste an. Zudem boomt der Städtetourismus generell. Laut Statistik Austria stieg die Zahl der Übernachtungen in Wien von Mai bis August um 6,4 Prozent.
Die Preise wackeln
Vom Andrang der internationalen Luxusketten sind die eingesessenen Nobelhoteliers wenig begeistert, denn der Wettbewerb bringt die Preise unter Druck. Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler: "Schon jetzt haben wir im internationalen Vergleich extrem niedrige Preise." Im Schnitt kostet ein Fünfsternezimmer in Wien rund 200 Euro pro Nacht - zwanzig bis fünfzig Prozent weniger als in London.
Die Ruhe vor dem Sturm
Noch kann die Sacher-Chefin sorgenfrei schlafen. Zusätzliche Anbieter würden auch das Interesse an Wien als Reise-Destination schüren. Außerdem sind die Top-Standorte, etwa an der Ringstraße, rar und teuer. So ist etwa das Börse-Gebäude am Ring schon länger für ein Hotelprojekt im Gespräch.
