Dienstag, 3. Oktober 2006

350-Mio-€-Geldspritze für AUA: Vorerst kein
Partnerwechsel bei angeschlagener Airline

  • Kapitalerhöhung: ÖIAG-Aufsichtsrat gibt grünes Licht
  • Offizielle Details bei Pressekonferenz am Dienstag

Eine kräftige Geldspritze soll der angeschlagenen Luftfahrtgruppe Austrian Airlines wieder auf die Beine helfen. Der Aufsichtsrat der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG - mit 39,7 Prozent größter AUA-Aktionär - hat grünes Licht für eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von 350 Mio. Euro gegeben. Das liegt in der bisher vermuteten Bandbreite zwischen 300 und 400 Mio. Euro. Ein Wechsel in das Luftfahrtbündnis SkyTeam um die Air France bleibt vorerst "kein Thema".

Das ist das Ergebnis einer mehrstündigen Aufsichtsratssitzung der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG, mit 39,7 Prozent größter Aktionär der AUA. Entsprechende Informationen sickerten trotz vereinbarten Stillschweigens durch, berichten Tageszeitungen (wie "Presse", "Wiener Zeitung"). Offiziell will sich die AUA erst heute in einer Pressekonferenz zu aktuellen Themen äußern. Dem heutigen Beschluss war eine mehrstündige Debatte im ÖIAG-Aufsichtsrat vorausgegangen.

Neuer Partner vorerst "kein Thema"
Ein Partner - zuletzt war die Air France kolportiert worden - für die hoch defizitäre Fluglinie sei zumindest vorerst "kein Thema". "Die AUA soll eine letzte Chance erhalten, den Alleingang zu schaffen", hieß es aus ÖIAG-Kreisen.

Ötsch habe im Sonder-Aufsichtsrat viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, dass die Kapitalerhöhung nicht nur notwendig, sondern auch eine gute Investition sei. Noch im Juni hatte der AUA-Boss erklärt, die Fluglinie brauche heuer für den laufenden Betrieb kein frisches Geld.

Institutionelle Investoren für Finanzspritze
Vor allem institutionelle Investoren sollen die Kapitalerhöhung mittragen. Dazu sollen neben der ÖIAG und den per Syndikat verbundenen Banken RZB, BAWAG und BA-CA auch internationale Fonds und Industriekonzerne angesprochen werden. Für ein Mitziehen der ÖIAG müsste die ÖIAG rund 140 Mio. Euro in die Hand nehmen, wird geschätzt. Zuletzt hatten auch Wienerberger und Wiener Städtische Interesse an einem Einstieg signalisiert. Als eher unwahrscheinlich gilt dagegen ein Einstieg der Flughafen-Aktionäre Wien und Niederösterreich bei der AUA.

Die AUA-Kapitalerhöhung soll Ende Oktober oder Anfang November in einer außerordentlichen AUA-Hauptversammlung abgesegnet werden. Im Juni hatte eine AUA-HV nur grünes Licht für eine Kapitalerhöhung über 125 Mio. Euro gegeben. Die Transaktion soll noch heuer über die Bühne gehen. (apa/red)

3.10.2006 07:33