Dienstag, 3. Oktober 2006

Rauchverbot in Italien zeigt erste Erfolge:
In Piemont 11 Prozent weniger Herzinfarkte

  • Kein Zigarettenqualm in allen öffentlichen Räumen
  • Kurzfristig positive Folgen für die Gesundheit

Das drastische Rauchverbot in Italien hat ersten medizinischen Studien zufolge zu einer spürbaren Verringerung von Herzinfarkten geführt. Allein in der Region Piemont seien in den ersten fünf Monaten nach Einführung des Rauchverbots elf Prozent weniger Patienten im Alter bis zu 60 Jahren mit akutem Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen.

Laut einer Studie der Universität Turin hätten die Krankenhäuser von Februar bis Juni 2005 lediglich 832 solcher Fälle registriert, im selben Vorjahreszeitraum seien es noch 922 gewesen, berichten die Forscher um Francesco Barone-Adesi im britischen Fachblatt "European Heart Journal" (Online-Vorabveröffentlichung).

Rauchverbote wirken sofort positiv
"Dies legt nahe, dass Rauchverbote wichtige kurzfristige Folgen für die Gesundheit haben können", sagte Studienleiter Barone-Adesi. "Die langfristigen Folgen für Krankheiten der Atemwege und des Herz- Kreislaufsystems sowie für Krebs müssen in den kommenden Jahren untersucht werden." Die Studie beschränkt sich auf die Untersuchung von Patienten unter 60 Jahren, weil in dieser Altersgruppe der Einfluss des Rauchens auf die Herzinfarktgefahr besonders groß sei. In höherem Alter steige der Einfluss anderer Risikofaktoren.

Vorbild Italien
Italien hatte im Jänner 2005 in Restaurants, Büros sowie in öffentlichen Räumen das Rauchen verboten. Dazu zählten auch Cafebars. Geraucht werden darf nur noch in separaten Räumen mit eigener Lüftung. Das Rauchverbot wird in den allermeisten Fällen strikt eingehalten. (apa/red)

3.10.2006 11:16