Sodbrennen - wann und wie behandeln?
Neue Operations-Methode auf dem Prüfstand
- Abhilfe: Weniger Kaffee, keine üppigen Mahlzeiten
- Kunststoffnetz soll Speiseröhre künftig stabilisieren

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Sodbrennen verursacht nicht nur in der Brust einen brennenden Schmerz, er kann die Betroffenen auch seelisch erheblich belasten. Auf keinen Fall sollte man ständiges Sodbrennen auf die leichte Schulter werden. Sonst wird das harmlose Ziehen schnell zur bedrohlichen Gefahr. Eine frühzeitige Therapie verhindert ernste Folgen.
Sodbrennen tritt vor allem nach reichhaltigen Mahlzeiten oder bei Stress auf. Wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht optimal funktioniert, kann der Speisebrei aus dem Magen zurückfließen. Dann gelangt auch Magensäure in die Speiseröhre, eine Mischung aus Salzsäure und eiweißspaltenden Enzymen, die in der Magenschleimhaut produziert wird, um Speisen zu verdauen und Krankheitskeime aus der Nahrung zu zerstören. Vereinzelte Säureangriffe kann die Speiseröhre verkraften. Gelangt die Magensäure jedoch regelmäßig in die Speiseröhre, verätzt sie die empfindliche Scheimhaut und verursacht Entzündungen.
Mit Sodbrennen ist nicht zu spaßen
Viele Patienten leiden besonders in der Nacht. Im Liegen kann der Magensaft bis in den Mund fließen und von dort in die Atemwege gelangen. So kann Sodbrennen sogar chronische Bronchitis und asthmaartige Beschwerden auslösen. Und wenn der Hustenreiz den Tiefschlaf beeinträchtigt, fühlt sich der Patient am Morgen unausgeschlafen und gerädert. Langfristig besteht sogar die Gefahr, dass die Schleimhautzellen in der Speiseröhre entarten und sich Krebs entwickelt.
Stress und Übergewicht vermeiden
Experten warnen davor, Sodbrennen auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei leichten Beschwerden helfen säurehemmende oder säurebindende Medikamente, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Gleichzeitig sollte man fette und üppige Mahlzeiten meiden, Stress abbauen, Gewicht reduzieren, den Kaffeekonsumverringern, Alkohol meiden und das Rauchen einschränken. Spätestens, wenn die Beschwerden mehrmals in der Woche auftreten oder länger als zwei bis drei Wochen anhalten sollte der Arzt aufgesucht werden.
Neue OP-Methode auf dem Prüfstand
Ein neues Operationsverfahren soll Patienten mit chronischem Sodbrennen helfen. Dabei wird die Speiseröhre so weit wie möglich in den Bauchraum heruntergezogen und die Lücke für die Speiseröhre im Zwerchfell mit einem feinen Kunststoffnetz abgedeckt, wie die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg berichtete. Dadurch wachse der Mageneingang unterhalb des Zwerchfelles fest, und die Speiseröhre könne nicht mehr in den Brustraum rutschen.
Ausweg: Operation
Wenn die medikamentöse Behandlung keinen Erfolg bringt, wird bislang operativ eine Manschette um den undichten Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen gelegt. Manchmal hat dieser Eingriff jedoch unerwünschte Folgen, wie der Heidelberger Professor Carsten Gutt berichtet: Die Patienten seien dann nicht mehr in der Lage, aufzustoßen oder zu erbrechen. Dies könne zu Magenschmerzen, Blähungen und Durchfall führen. Weniger Nebenwirkungen erhoffen sich die Wissenschaftler von dem neuen Verfahren, das sie nun an Patienten testen wollen. (apa/red)
