Montag, 2. Oktober 2006

Gaudeamus igitur...: Heute beginnt an Österreichs Universitäten neues Studienjahr

  • An Hochschulen stehen heuer mehrere Wahlen an
  • Einige der Inskriptionsfristen sind bereits vorbei!

Heute beginnt das neue Studienjahr an den österreichischen Universitäten, wobei die regulären Inskriptionsfristen an manchen Unis schon abgelaufen sind. So schlossen etwa die Medizinische Universität Wien und die Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW) bereits am 30.September ihre Inskriptionsschalter, heute und morgen folgen die Medizinische Universität Innsbruck und die Musik-Uni Graz.

Am längsten Zeit für ihre Inskription haben die Studenten an der Medizin-Uni Graz und an der Technischen Universität (TU) Wien (jeweils 31. Oktober). Reguläres Zulassungsende an der Uni Innsbruck ist am 28. Oktober, an der Uni Graz, der TU Graz, der Uni Linz, der Wirtschaftsuniversität (WU), der Uni Klagenfurt, der Akademie der bildenden Künste und der Universität für angewandten Kunst jeweils am 27. Oktober. Die größte Universität des Landes, die Uni Wien, schließt die allgemeine Zulassung am 16. Oktober ab.

Wer die entsprechende Frist versäumt, hat noch eine Chance: An allen Unis läuft eine Nachfrist bis 30. November, in der noch - allerdings unter Zahlung eines Zuschlags zu den Studiengebühren - inskribiert werden kann.

Wahl-Jahr an den Unis
Die ersten Leistungsvereinbarungen zwischen Universitäten und Bund sowie die Neuwahl der Rektoren und der Studentenvertreter stehen neuen Studienjahr am Programm. Durch Leistungsvereinbarungen und eine über Indikatoren gesteuerte Formel wird geregelt, wie viel vom Hochschul-Globalbudget der Jahre 2007 bis 2009 den einzelnen Universitäten zufällt. Die Amtsperioden der Uni- und Studentenchefs laufen aus.

Das Globalbudget, das den Unis von 2007 bis 2009 (2007: 1,875 Mrd. Euro, 2008: 1,9 Mrd. Euro, 2009: 1,925 Mrd. Euro) zur Verfügung steht, wird auf zwei Töpfe verteilt. Das Gros der Gesamtsumme (80 Prozent) wird über Leistungsvereinbarungen an die Hochschulen verteilt. Dabei handelt es sich um öffentlich-rechtliche Verträge, die zwischen den einzelnen Unis und dem Bund für jeweils drei Jahre abgeschlossen werden. Dieses Geld soll den Grundbedarf einer Universität abdecken und stellt damit eine Art Grundsicherung dar.

Verträge müssen bis Ende des Jahres stehen
Inhalt der Leistungsvereinbarung ist primär die von der Universität zu erbringende Leistung, die Leistungsverpflichtung des Bundes (also vor allem die Finanzierung) sowie Inhalt, Ausmaß und Umfang der Ziele sowie Zeitpunkt der Zielerreichung. Zu den von der Uni zu erbringenden Leistungen zählen u.a. strategische Ziele, Profilbildung, Universitäts- und Personalentwicklung, Forschung, Studien und Weiterbildung sowie gesellschaftliche Zielsetzungen. Abgeschlossen werden müssen die Verträge bis Ende 2006.

Den kleineren Teil des Gesamtkuchens (20 Prozent) stellt das so genannte formelgebundene Budget dar. Bestimmte Indikatoren entscheiden darüber, welche Uni wie viel von diesem Geld erhält. Indikatoren sind etwa die jeweiligen Veränderungen der Anzahl der prüfungsaktiven Studenten und der Studienabschlüsse, der Erfolgsquote der Studierenden, der Einnahmen aus Forschungsprojekten oder der Beteiligung an Mobilitätsprogrammen.

Superwahljahr an den Unis
Im Studienjahr 06/07 werden an den meisten Unis neue Senate gewählt und neue Rektoren bestellt. Grund ist der Ablauf ihrer vierjährigen Amtszeit. Die neuen Uni-Chefs werden ihr Amt dann aber erst mit dem Beginn des Studienjahrs 2007/08 antreten.

Im Frühjahr 2007 neu bestimmt wird auch die Zusammensetzung der Studentenvertretungen. Bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) werden sowohl neue ÖH-Chefs an jeder einzelnen Uni als auch eine neue Bundesvertretung gewählt. Das System steht allerdings noch nicht fest: Beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) ist derzeit eine Beschwerde von SPÖ und Grünen gegen das von den Regierungsparteien geänderte aktuelle Wahlrecht anhängig, das keine Direktwahl der ÖH-Bundesvertretung mehr vorsieht. Eine Entscheidung des VfGH soll noch im Herbst fallen.

(apa/red)

2.10.2006 10:02