Freitag, 6. Oktober 2006

Justizgutachten zeigt auf: Ex-BAWAG-Chef Elsner hat in Penthaus viel zu billig gewohnt

  • Es geht um einen Fehlbetrag von drei Millionen Euro
  • Auch Verzetnitsch belastet: Verdacht der Untreue?

Laut einem Gerichtsgutachten hat Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner viel zu billig gewohnt. Demnach geht es um einen Fehlbetrag von 3 Mio. Euro. Vorwürfe soll es auch gegen Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch geben. Dieser habe um 300.000 Euro zu günstig logiert.

Bei Elsner gehe es um die Wohnungen in der Walfischgasse, sowie die beiden Penthäuser am Dach der Wiener Bawag-Zentrale Tuchlauben 3 und Tuchlauben 7. Bei Verzetnitsch wurde der pekuniäre Vorteil aus zu geringer Miete und zu niedrigen Betriebskosten bei seinem Penthaus am Wiener Fleischmarkt festgestellt, so der Bericht.

Die Staatsanwaltschaft vermutet dahinter Untreue. Leicht nachzuweisen werde das aber nicht. Helmut Elsner behauptete, dass die Bank ihm diese Verträge vorgelegt, aber nicht selbst bewertet hat. Von einem Bawag-Mitarbeiter wird Elsner allerdings belastet, dass der ihn angewiesen habe, ins Bewertungsgutachten einen niedrigen Preis zu schreiben. Elsner bestreitet das vehement (für ihn und Verzetnitsch gilt die Unschuldsvermutung), die Bewertung habe die zuständige Abteilung gemacht.

Ex-Bawag-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger soll zu Protokoll gegeben haben, dass Elsner ihm selbst - bei den Verhandlungen zum Wohnungskauf - erklärt habe, er wolle sich nicht bereichern, ein Gutachten solle den wahren Wert klären. Jedenfalls relevant ist das Gutachten bei den Schadenersatzforderungen der Bawag gegen ihre Ex-Chefs: Elsner und Verzetnitsch dürften geklagt werden, auch diese Beträge auszugleichen, schreibt der "Kurier".

(apa/red)

6.10.2006 18:36