Elsner verlässt das Spital: Ex-BAWAG-Chef nach der Kautionszahlung auf freiem Fuß
- 71-Jähriger in seine Villa in Mougin zurückgekehrt
- Staatsanwaltschaft rechnet mit schneller Auslieferung
Der vor drei Wochen in seiner Villa in Mougin bei Cannes verhaftete ehemalige BAWAG-Chef Helmut Elsner ist wieder in sein südfranzösischen Domizil zurückgekehrt. Der 71-Jährige hat das Spital "La Timone" in Marseille, in dem er wegen Herzproblemen mehr als 14 Tage unter Bewachung zugebracht hat, überraschend verlassen. Das bestätigte das Gericht in Aix-en-Provence, bei dem der auf Kaution frei gelassene Elsner jeden Ortswechsel bekanntgeben muss.
Der leitende Kardiologe hat die Situation im Krankenhaus angesichts allzu zudringlicher Journalisten, die das Krankenzimmer belagert hätten, laut Elsners Anwalt Wolfgang Schubert als "untragbar" eingestuft. Er habe entschieden, dass der frühere Bankchef nun in eine vollkommen stressfreie Situation gebracht werden soll: Nach Hause in seine perfekt abgeschirmte Villa mit Garten und Swimmingpool.
Dort wird Elsner wieder von seinem früheren Kardiologen betreut. Nicht ausgeschlossen ist nach Angaben des Anwalts, dass der frühere BAWAG-Chef neuerlich zu Behandlungen ins Spital muss, aber dann in der näheren Umgebung und vor allem besser vor Journalisten geschützt als in "La Timone".
Demnächst soll dem zuständigen Staatsanwalt Bertrand Charpentier und Elsners französischem Anwalt Gerard Baudoux das neue kardiologische Gutachten vorliegen, dass die Basis für die nächste Verhandlung am 17. Oktober in Aix-en-Provence ist. Der Auslieferung Elsners hat das Gericht zwar vor einer Woche bereits grundsätzlich stattgegeben, die Entscheidung über die Transportfähigkeit wurde aber vertagt.
Laut Schubert wird Elsner, "wenn es medizinisch möglich ist", zur Verhandlung kommen "muss aber nicht". Sollte das Gutachten Elsner neuerlich für nicht transportfähig befinden, könnte er in Frankreich und auf freiem Fuß bleiben. Möglich wäre dann, dass ein neues Gutachten ein, zwei Monate später neuerlich über seinen Gesundheitszustand erstellt werden muss.
Rasche Überstellung
Andernfalls könnte die Überstellung "zügig" erfolgen, so Schubert. In Österreich würde Elsner dann dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, der über die weiteren Schritte entscheiden müsste, etwa auch über die Festsetzung einer Kaution. Die von dem Unternehmer und Elsner-Freund Martin Schlaff in Südfrankreich bezahlte Kaution von einer Million Euro wird jedenfalls zurückgezahlt, sobald Elsner nach Österreich ausgeliefert wird.
Der französische Anwalt Baudoux plant eine Pressekonferenz für kommende Woche, Dienstag, in Nizza.
(apa/red)
