Elsners Dilemma: Freiheit kann gefährlich sein! Heimkehr in Villa oder weiter im Spital?
- Bei Genuss der Freiheit wird Justiz sofort zugreifen
·1 Mio. Kaution für Elsner eingetroffen
Ex-BAWAG-Chef bleibt weiter im Krankenhaus
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Mann für's Grobe
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MITREDEN: Was sagen Sie zu Elsner, Flöttl & Co?
Der ehemalige BAWAG-Chef Helmut Elsner ist zwar nach der Zahlung von einer Million Euro Kaution wieder auf freiem Fuß, aber in einem Dilemma: Je mehr er von seiner neuen, wenn auch eingeschränkten Freiheit Gebrauch macht, desto eher droht ihm die Auslieferung an die österreichischen Justizbehörden.
Macht Elsner das, was wahrscheinlich jeder Mensch an seiner Stelle tun würde, nämlich so schnell wie möglich das Krankenhaus zu verlassen, so fern es sein Gesundheitszustand und die Ärzte erlauben, könnte das von der französischen Justiz als Beweis dafür gesehen werden, dass der 71-Jährige durchaus transportfähig auch auf weiteren Strecken ist. Immerhin hat der Oberarzt von "La Timone", dem Krankenhaus in Marseille, wo sich Elsner seit 14 Tagen befindet, noch vor einer Woche attestiert, dass der herzkranke frühere Bankchef nicht 30 Kilometer nach Aix-en-Provence zur Verhandlung seiner Auslieferung gebracht werden kann. Seine südfranzösische Villa in Mougin bei Cannes ist rund 200 Kilometer von Marseille entfernt.
Bleibt er in "La Timone", ist er zwar in einer renommierten Klinik, muss aber die Einschränkungen eines öffentlichen Spitals, sprich wenig Platz und wenig Annehmlichkeiten, auf sich nehmen. Mit der Enthaftung ziehen auch die Beamten ab, die Elsner bisher in seinem Krankenzimmer bewacht und gleichzeitig allzu zudringliche Journalisten schlecht und recht ferngehalten haben. Elsner ist damit ein ganz normaler Patient, den jedermann besuchen kann. Sein französische Anwalt Gerard Baudoux hat auch schon angedeutet, dass er sich mit der Krankenhausverwaltung in Verbindungen setzen will, um zu sehen, welche Möglichkeiten es für den Schutz seines Mandanten gibt.
Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma könnte die Überstellung in eine der Marseiller Privatkliniken mit Herzstation sein, die nur wenige Kilometer von "La Timone" entfernt sind. Sie böten dem ehemaligen Generaldirektor der viertgrößten Bank Österreichs zumindest etwas mehr Platz und Privatsphäre als in dem Einzelzimmer des nüchternen Großspitals, in dem er sich seit 14 Tagen befindet. (apa/red)
